Wer diese Punkte beachtet, wird den Spreewald mit Hund als entspanntes Erlebnis genießen können. Die Region bietet viele ruhige Ecken, in denen sich Mensch und Tier wohlfühlen – vorausgesetzt, man respektiert die Natur und ihre Regeln. Packen Sie also Leine, Schwimmweste und genügend Wasser ein, und planen Sie Ihre Routen mit Bedacht. Dann steht einem unvergesslichen Ausflug mit dem Vierbeiner nichts mehr im Wege.
Die richtige Route für deine Zeit und Kondition Die klassische Kahnfahrt startet in Orten wie Lübbenau, Burg oder Lehde. Dort werden verschiedene Touren angeboten, die sich in Länge und Dauer unterscheiden. Eine kurze Runde von etwa einer Stunde führt dich durch die typischen Grachten und kleinen Fließe direkt am Ortsrand. Sie ist ideal, wenn du nur wenig Zeit hast oder mit Kindern unterwegs bist. Eine Halbtagestour dauert etwa drei bis vier Stunden und zieht sich weiter in die abgelegeneren Kanäle hinein. Dort wirst du weniger Motorboote treffen und kannst die Natur intensiver erleben. Ganztägige Touren mit Pausen an Land oder an einer Gaststätte sind nur für Geübte zu empfehlen, denn das lange Sitzen im Kahn ist anstrengender, als es klingt. Achte darauf, dass die Anbieter die Routen je nach Wasserstand und Jahreszeit anpassen. Am frühen Morgen ist der Spreewald am schönsten – dann liegt der Nebel über dem Wasser und die Vögel sind aktiv. Wer die Mittagszeit wählt, muss mit mehr Betrieb rechnen, besonders an Wochenenden und in den Ferien.
Die Etikette auf den Wasserwegen ist klar geregelt, auch wenn sie nicht überall ausgeschildert ist. Grundsätzlich gilt: Langsame Fahrweise, kein Lärm und Rücksicht auf die Natur. Die Kahnführer staken meist lautlos, und du solltest es ihnen gleichtun. Vermeide laute Gespräche, Musik oder plötzliche Bewegungen, die das Boot ins Schaukeln bringen. Wenn du ein Kanu oder Kajak mietest, gilt: Motorboote haben Vorfahrt, aber auch hier ist gegenseitige Rücksichtnahme das A und O. An engen Stellen gilt: Wer flussabwärts fährt, hat Vorfahrt, aber in der Praxis wird oft angehalten und gewartet, bis der Gegenverkehr passiert ist. Ein freundliches Nicken oder ein kurzer Gruß sind üblich und schaffen eine angenehme Atmosphäre.
Natur beobachten, ohne sie zu stören Die Tierwelt im Spreewald ist vielfältig, aber empfindlich. Besonders der Seeadler und der Fischotter brauchen Ruhe, um sich zu zeigen. Halten Sie deshalb beim Paddeln immer ausreichend Abstand zu Uferzonen und Schilfgürteln. Wenn Sie ein Tier entdecken, bleiben Sie still und treiben Sie langsam weiter – nicht abrupt stoppen oder laute Gespräche führen. Gleiches gilt für das Radfahren: Abseits der Wege ist das Befahren von Wiesen und Feldern nicht erlaubt und schadet den Brutgebieten. Bleiben Sie auf den markierten Routen, auch wenn ein schmaler Trampelpfad verlockend wirkt.
Die Wahl des Startpunkts entscheidet über den Schwierigkeitsgrad. Suchen Sie sich eine Einstiegsstelle in der Nähe eines Bahnhofs oder Parkplatzes, um An- und Abreise flexibel zu gestalten. Viele alte Schleusen sind heute über Treppen oder Rampen zugänglich, aber nicht alle sind barrierefrei. Prüfen Sie vorab, ob die Uferwege festes Schuhwerk erfordern oder ob mit matschigen Abschnitten nach Regenfällen zu rechnen ist. In den stillen Fließen, also den beruhigten Flussabschnitten, leben oft geschützte Vogelarten – halten Sie daher Abstand zu Brutplätzen und bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen.
Ein häufiger Fehler ist, die Leihausrüstung erst am späten Nachmittag zurückzugeben. Viele Verleiher haben feste Rückgabezeiten, und wer die verpasst, zahlt nicht nur Aufpreis, sondern blockiert auch die Planung für den nächsten Tag. Klären Sie vor der Tour, ob Sie das Kanu an einer anderen Station abgeben können und ob eine Selbst-Einweisung möglich ist. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit für eine kurze Übungsrunde auf ruhigem Wasser – das verhindert späteres Rangieren in engen Fließen.
Beim Paddeln mit Hund gilt eine andere Regel: In vielen Bootsverleihen ist ein Hund nur dann erlaubt, wenn er eine Schwimmweste trägt. Diese sollte gut sitzen, mit einem Griff am Rücken, damit Sie das Tier im Notfall leichter aus dem Wasser ziehen können. Nehmen Sie außerdem ausreichend Trinkwasser mit, denn im Kahn gibt es keine Schüssel und das Flusswasser ist nicht immer bekömmlich. Üben Sie vorher zu Hause, dass Ihr Hund ruhig im Boot bleibt – ein plötzlicher Sprung ins Wasser kann das Boot kentern lassen. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie einen Kajak statt eines Kanus, da dieser stabiler liegt.
Ein typischer Fehler ist es, den Hund nach dem Paddeln oder Wandern ungeprüft ins Auto zu lassen. Im Spreewald ist es auch im Sommer oft feucht und warm, und die Tiere haben durch die Anstrengung einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Planen Sie nach jeder Tour eine Pause mit frischem Wasser und einem schattigen Platz ein. Kontrollieren Sie außerdem die Pfoten auf Verletzungen – auf Kieswegen und an Ufersteinen können sich kleine Schnitte leicht entzünden. Und denken Sie an die Zecken: Im Spreewald sind sie ganzjährig aktiv, ein gutes Schutzmittel ist daher Pflicht.
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