Bevor du überhaupt ins Boot steigst, prüfe die Wetterlage und die Wasserstände. Im Winter kann der Wasserstand stark schwanken, und plötzliche Eisbildung an Fließgewässern ist keine Seltenheit. Informiere dich am Vortag und am Morgen der Tour über die lokalen Bedingungen. Ein typischer Fehler ist, sich nur auf die Lufttemperatur zu verlassen. Entscheidend sind Wind, Niederschlag und die Sichtverhältnisse. Bei Nebel oder starkem Wind solltest du die Tour verschieben. Die Kanäle sind eng, und ein plötzlicher Windstoß kann dich gegen Baumwurzeln oder Brückenpfeiler drücken.
Wer im Spreewald mit offenen Augen unterwegs ist, stößt früher oder später auf Zeichen, die auf den Biber hindeuten. Die typischen Fraßspuren an Weiden und Pappeln sind dabei das auffälligste Merkmal: Die Nagezähne hinterlassen glatte, keilförmige Schnittflächen mit feinen Rillen. Sind die Spuren frisch, glänzt das Holz hell und feucht. Ältere Fraßstellen wirken vergraut und rissig. Auch Trittpfade am Ufer oder Schlammspuren, die ins Wasser führen, verraten regelmäßig genutzte Wechsel. Wer solche Hinweise findet, sollte sich ruhig verhalten und die Stelle nicht betreten, um den Lebensraum nicht zu stören.
Die beste Saison beginnt Ende März. Dann kehren die Zugvögel zurück und die Balz ist in vollem Gange. Im Mai ist der Gesang am intensivsten, allerdings macht das dichte Blattwerk die Sicht schwieriger. Für Wasservögel ist der Juni ideal, wenn die Jungtiere schwimmen. Der Höhepunkt für Durchzügler ist der September: Dann rasten Tausende Kraniche auf den Wiesen südlich von Burg. Im Winter sind nur noch Spechte, Eulen und einige Wasservogelarten zu sehen, dafür ist die Sicht durch kahle Bäume fast überall perfekt.
Auch einige Nagetiere wie Bilche und Haselmäuse zählen zu den Winterschläfern, erwachen jedoch unregelmäßiger. Sie zeigen oft erst Aktivität, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist und ausreichend Insekten fliegen. Ein untrügliches Zeichen für ihr Erwachen sind frisch benagte Knospen und weiche Rindenstücke an jungen Bäumen. Wenn Sie solche Spuren sehen, halten Sie Abstand und vermeiden Sie laute Geräusche. Wer die Tiere fotografieren möchte, nutzt am besten ein Teleobjektiv und bleibt auf den Wegen – sonst vertreibt man nicht nur das eine Tier, sondern verscheucht auch die ganze Gruppe aus der Umgebung.
Der wichtigste Fehler ist, direkt am Ortsrand nach Wegen zu suchen. Jede Gemeinde hat ein Netz von Wirtschaftswegen, die oft völlig leer sind. Statt dem Hauptweg zu folgen, nehmen Sie den schmalen Pfad, der hinter der Kapelle oder am Feldrand beginnt. Viele dieser Wege enden auf kleinen Lichtungen, die nicht in Wanderführern stehen. Achten Sie auf frische Spuren von Wild – dort, wo Tiere durchs Unterholz wechseln, gibt es meist eine unauffällige Wiese mit hohem Gras.
Wer die Zeichen richtig liest, hat einen großen Vorteil: Er kann Konflikte vermeiden. Wenn Sie etwa feststellen, dass ein Baum bereits angenagt ist, planen Sie einen Bogen darum oder wählen Sie einen anderen Weg. An ausgetretenen Biberwechseln sollten Sie nicht verweilen, auch wenn sie verlockend aussehen. Gerade im Frühjahr sind diese Pfade häufig frequentiert – ein Zusammenstoß mit dem Menschen endet für das Tier oft im Stress oder in der Flucht von den eigenen Jungen.
Anders als Säugetiere überstehen viele Amphibien den Winter im Wasser oder im Schlamm am Gewässergrund. Teichmolche und Frösche erwachen bereits im Februar oder März, sobald die Wassertemperatur über vier Grad steigt. Sie sind dann besonders aktiv und wandern zu ihren Laichplätzen. Wenn Sie Straßen im Spreewald überqueren, achten Sie auf Amphibienzäune, die oft entlang der Wege aufgestellt sind. Diese Zäune sind kein Hindernis, sondern Schutz – nehmen Sie die Tiere nicht mit, sondern lassen Sie sie ihren Weg fortsetzen. Ein häufiger Fehler ist es, Frösche in einen anderen Teich zu setzen, weil man denkt, sie seien verloren. Das stört den Bestand, weil jede Population an ihren eigenen Laichplatz gebunden ist.
Planen Sie die Zeit großzügig: Versteckte Wiesen liegen selten direkt am Parkplatz. Rechnen Sie mit mindestens einer Stunde Fußweg pro Richtung. Nehmen Sie festes Schuhwerk und eine lange Hose mit, denn Gras kann scharf sein und Zecken lauern. Prüfen Sie nach dem Ausflug Ihre Kleidung und Beine. Ein weiterer Tipp: Besuchen Sie die Wiese früh am Morgen oder spät am Abend – dann sind die Tiere aktiv und die Atmosphäre ist besonders ruhig.
Der häufigste Fehler ist das Verlassen der Wege im Wald. Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich – Wildwechsel und unebener Boden führen schnell zu Verletzungen. Bleiben Sie auf sichtbaren Pfaden, auch wenn sie schmal sind. Diese sind meist private Wirtschaftswege, die aber für Fußgänger offen sind. Fragen Sie im Zweifel einen Einheimischen, der gerade Holz lädt oder Tiere versorgt. Diese Menschen kennen oft die besten Wiesen, die nicht auf Karten stehen.
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