Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen, ist die Trocknungszeit. Lehm benötigt deutlich länger als Gips oder Kalk, um vollständig auszutrocknen. Bei einer Schichtdicke von zwei Zentimetern können das leicht zwei bis drei Wochen sein. Wird der Putz durch Heizlüfter oder stoßweise Lüftung zu schnell getrocknet, entstehen feine Risse. Diese sind nicht nur optisch störend, sondern mindern auch die feuchtigkeitsregulierende Wirkung. Geduld ist hier also keine Tugend, sondern eine Notwendigkeit. Planen Sie genügend Zeit ein und lassen Sie den Lehm bei Zimmertemperatur langsam trocknen.
Vorbeugend sollten Sie die Öle gezielt an den Eingängen zu Ihrem Kleiderschrank einsetzen. Mischen Sie für diesen Zweck zehn Tropfen Zedernholzöl mit fünf Tropfen Eukalyptusöl und reiben Sie damit die Innenseite der Schranktüren ein. Diese Maßnahme hält etwa drei Wochen an. Vergessen Sie dabei nicht, die Ecken und Ritzen zu behandeln, denn dort sitzen die Gespinste der Larven. Wenn Sie bereits Mottennester entdeckt haben, hilft ein Öl allein nicht: Saugen Sie zunächst alle Schrankflächen gründlich ab, waschen Sie die befallenen Textilien bei mindestens sechzig Grad oder geben Sie sie für 72 Stunden in die Tiefkühltruhe. Erst danach entfaltet die Ölbehandlung ihre volle Wirkung.
Ein feuchter Bettkasten ist ein häufiges Problem, das oft unbemerkt bleibt, bis Schimmel oder ein muffiger Geruch auftreten. Die Ursache ist meist ein Zusammenspiel aus mangelnder Luftzirkulation, Temperaturunterschieden und der Nähe zum Boden. Gerade in Schlafzimmern, wo nachts viel Feuchtigkeit durch Atmung und Schwitzen entsteht, kondensiert Wasser an kühlen Oberflächen – auch im Stauraum unter dem Bett. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur beschädigte Kleidung oder Bettwäsche, sondern auch gesundheitliche Belastungen durch Schimmelsporen.
Für Dachschrägen gilt eine eigene Regel: Die untere Regalbretter sollten nur halb so tief sein wie die oberen. So bleibt man bequem sitzen, ohne sich den Kopf zu stoßen. Und: In der Nische gehören Dinge hin, die man nicht täglich braucht – Winterdecken, Koffer oder die zweite Bettwäsche-Garnitur. Tägliche Kleidung dort zu lagern, macht jeden Morgen zur Kletterpartie. Ein weiterer Trick ist, die Nische mit einem Vorhang zu verschließen. Das hält Staub fern und wirkt aufgeräumter, als jedes offene Regal.
Bevor Sie Gegenstände einlagern, sollten Sie den Bettkasten gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen. Nutzen Sie einen feuchten Lappen mit etwas Neutralreiniger, wischen Sie alle Ecken aus und lassen Sie die Fläche bei geöffneter Klappe mehrere Stunden lüften. Kontrollieren Sie dabei auch die Rückwände und den Boden auf dunkle Flecken oder einen erdigen Geruch. Wenn bereits Schimmel sichtbar ist, hilft nur eine gründliche Behandlung mit einem geeigneten Schimmelentferner – befolgen Sie dabei strikt die Sicherheitshinweise und tragen Sie Handschuhe sowie einen Atemschutz.
Auch bei der Pflege von Lehmoberflächen gibt es Stolperfallen. Lehm ist empfindlich gegenüber aggressiven Reinigungsmitteln. Normale Haushaltsreiniger lösen die Oberfläche an und hinterlassen unschöne Flecken. Verwenden Sie stattdessen nur Wasser oder spezielle, für Lehm geeignete Reiniger. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann man die Stelle vorsichtig abschleifen und neu überstreichen. Zudem sollte man in Feuchträumen wie Küche oder Bad auf Lehm verzichten oder ihn zumindest mit einer geeigneten Versiegelung schützen. Unbehandelter Lehm ist nicht wasserfest und würde auf Dauer Schaden nehmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Auswahl des Lagerguts. Textilien wie Wolle oder Daunen sollten Sie niemals in Plastiktüten oder luftdichten Behältern aufbewahren, da diese die Restfeuchte einschließen. Verwenden Sie stattdessen atmungsaktive Stoffbeutel oder Kartons mit ausreichend Abstand zueinander. Legen Sie außerdem keine feuchten oder gerade gewaschenen Sachen in den Kasten – auch wenn sie sich trocken anfühlen, kann die Restfeuchte erheblich sein. Lassen Sie alles nach dem Waschen mindestens einen Tag an der Luft trocknen.
Zusätzlich können Sie Feuchtigkeitsabsorber einsetzen, die Sie in jedem Baumarkt finden. Diese Behälter mit Granulat ziehen aktiv Wasser aus der Luft und sind besonders in den feuchten Monaten hilfreich. Achten Sie darauf, die Behälter regelmäßig zu leeren und nach etwa zwei Monaten zu ersetzen. Alternativ hilft eine Schale mit grobem Salz oder Katzenstreu, die Sie alle paar Wochen austauschen – das ist günstig und ebenso effektiv. Stellen Sie solche Absorber jedoch nie direkt auf empfindliche Oberflächen, sondern auf einen Untersetzer.
Die richtige Technik für ein dauerhaft schönes Ergebnis Beim Auftragen selbst kommt es auf die Konsistenz an. Lehmputz sollte nicht zu flüssig angerührt werden, da er sonst von der Wand läuft und ungleichmäßig trocknet. Eine pastöse, gut streichbare Masse ist ideal. Für die erste Schicht verwendet man einen groben Unterputz, der mit einer Zahntraufel aufgeraut wird. Nach einer Trocknungszeit von etwa 24 Stunden folgt die zweite, feinere Lage. Diese wird glatt abgezogen – aber nicht zu oft geglättet, sonst entsteht eine glänzende, dichte Oberfläche, die die Feuchtigkeitsaufnahme behindert. Ein leichtes Nachbearbeiten mit einem Schwammbrett sorgt für eine gleichmäßige Struktur.
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