Für den Hohlsaum wird zuerst ein gerader Faden im Gewebe mit einer dünnen Nadel vorsichtig angehoben und herausgezogen. Danach folgen weitere Fäden, bis ein Streifen von etwa fünf bis acht Millimetern frei liegt. Wichtig ist, immer nur einen Faden auf einmal zu ziehen, sonst reißt das Gewebe ein. Die verbleibenden Querfäden werden mit festen Stichen umwickelt, sodass kleine Bündel entstehen. Diese Bündel hält man mit einer Stopfnadel und passendem Garn zusammen. Ein typischer Fehler ist zu festes Ziehen am Faden: Dann verzieht sich das Muster, und der Hohlsaum wirkt unregelmäßig.
Faserart bestimmt die Methode Nicht jeder Stoff verträgt ein Vollbad. Wolle und Seide dekatieren viele Verarbeiter mit Dampf statt mit Wasser. Dazu wird der Stoff über eine Stange gehängt und mit einem Dampfbügeleisen oder einem Dampfgarer behandelt, bis er vollständig durchfeuchtet ist. Anschließend hängt er zum Trocknen aus. Leinen und Baumwolle können problemlos eingeweicht werden, sollten danach aber im leicht feuchten Zustand gebügelt werden, damit die Fasern sich glätten. Viskose und Modal reagieren empfindlich auf starkes Reiben und hohe Temperaturen; hier ist ein lauwarmes Bad mit anschließendem sanftem Trocknen an der Luft die sicherste Methode.
Der häufigste Fehler ist zu geringer Zug auf der Schnur. Beim Aufspulen muss die Schnur stramm genug laufen, dass sie sich in die vorherige Lage leicht eindrückt. Zu wenig Spannung lässt die einzelnen Windungen lose übereinanderliegen. Drückt man später mit dem Daumen auf die Spule, darf die Schnur kaum nachgeben. Ein einfacher Test: Schnur zwischen zwei Fingern halten und ziehen – sie sollte sich nur schwer von der Spule abheben lassen.
Eine Spule, die sauber und straff gewickelt ist, gibt Schnur gleichmäßig ab. Eine lockere Wicklung dagegen führt fast zwangsläufig zu Schlaufen, Verknotungen und Frust beim Auswerfen. Das Problem entsteht nicht erst beim Wurf, sondern schon beim Aufspulen. Wer hier sorgfältig arbeitet, spart sich später das mühsame Entwirren.
Ob sich der Vorstich lohnt, hängt also weniger vom Können ab als vom Material und der Stelle. Bei leichten, rutschigen oder gemusterten Stoffen und bei sichtbaren Nähten ist er die bessere Wahl. Bei festen, formstabilen Stoffen und versteckten Nähten reicht oft Stecknadeln oder Klammern. Probiere es an einem Reststück aus: Wenn die Lagen ohne Vorstich verrutschen, näh den Vorstich – das Ergebnis wird dich überzeugen.
Ein häufiger Fehler ist, den Stoff nach dem Waschen stark auszuwringen. Dadurch entstehen Knitter und Verformungen, die sich nicht mehr ausbügeln lassen. Besser ist es, den Stoff vorsichtig in ein Handtuch zu rollen und das Wasser sanft herauszudrücken. Ein weiterer Fehler ist das Trocknen im direkten Sonnenlicht oder auf einer Heizung. Die ungleichmäßige Hitze führt dazu, dass der Stoff an einer Stelle stärker schrumpft als an einer anderen. Nach dem Trocknen sollte der Stoff vollständig auskühlen, bevor er zugeschnitten wird, denn warmes Material lässt sich nicht exakt messen.
Jeder Stoff, der aus Naturfasern besteht, reagiert auf Feuchtigkeit und Wärme mit Schrumpfung. Baumwolle, Leinen, Wolle und Viskose ziehen sich beim ersten Kontakt mit Wasser zusammen, weil die Fasern unter Spannung gewebt wurden. Diese Spannung löst sich, sobald das Material durchgefeuchtet und getrocknet wird. Wer ein Kleidungsstück direkt aus dem Ballen und näht, riskiert, dass das fertige Teil nach der ersten Wäsche eine Nummer zu klein ist. Dekatieren bedeutet, den Stoff vor dem Zuschnitt genau dieser Belastung auszusetzen, damit er danach seine endgültige Form behält.
Wer keine Overlock besitzt, muss Kanten trotzdem haltbar machen. Der häufigste Fehler dabei: die Stichlänge zu groß wählen und zu nah an der Kante nähen. Beides führt dazu, dass der Stoff ausfranst, obwohl die Naht optisch sauber wirkt. Die drei zuverlässigsten Techniken ohne Spezialmaschine sind Zickzackstich, Kappnaht und französische Naht. Jede eignet sich für andere Stoffe und Schnittteile.
Auch die Spulenfüllung spielt eine Rolle. Ist die Spule zu voll, springen die oberen Windungen beim Wurf ab. Ist sie zu leer, erhöht sich der Reibungswiderstand und die Schnur gräbt sich ein. Als Richtwert gilt: Die Schnur sollte etwa ein bis zwei Millimeter unter dem Spulenrand bleiben. Bei geflochtenen Schnüren ist etwas mehr Spannung nötig als bei monofilen, weil sie weniger Eigensteifigkeit besitzen und eher zum Einschneiden neigen.
Die richtige Führung entscheidet über die Kan
Kappnaht und französische Naht: unsichtbar und stabil Die Kappnaht, auch Doppelnaht genannt, ist die robusteste Variante für stark beanspruchte Nähte – Hosenböden, Kindersachen, Taschen. Zwei Stofflagen links auf links legen, 1 cm Nahtzugabe absteppen. Dann eine Lage zurückschneiden auf 3 mm, die andere auf 6 mm. Die breitere Lage über die schmale klappen, sodass die Kante eingeschlossen ist. Bügeln, dann knapp an der Bruchkante entlangsteppen. Der typische Fehler: den ersten Stepp zu breit machen. Dann liegt die zweite Naht nicht sauber auf der Kante, und der Stoff wulstet.
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