Zunächst misst man die Kantenlängen selbst nach. Ein Kissen mit der Bezeichnung 40 x 40 cm sollte an allen vier Seiten gleich lang sein. Schon ein Zentimeter Abweichung fällt auf, wenn der Bezug straff sitzt. Bei rechteckigen Kissen prüft man das Verhältnis von Breite zu Höhe: Ein 80 x 40 cm-Kissen wirkt anders als ein 80 x 50 cm-Modell. Messen Sie immer die Füllung, nicht nur den Bezug, denn der Stoff kann sich dehnen oder einlaufen.
Typische Fehler beim Trocknen auf der Leine sind: zu dichtes Aufhängen, sodass die Stücke sich berühren; das Ignorieren der Tageszeit (morgens ist die Luftfeuchtigkeit oft höher, nachmittags trocknet es schneller); und das Aufhängen im Schatten, obwohl Sonne und Wind den Prozess beschleunigen würden. Auch das Wenden wird oft vergessen, besonders bei großen Teilen. Wer die Wäsche vor dem Aufhängen gut schleudert, verkürzt die Trockenzeit erheblich. Ein weiterer Fehler ist, die Wäsche bei drohendem Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit (über 70 Prozent) draußen zu lassen – dann trocknet sie kaum und riecht schnell muffig.
Der erste praktische Schritt ist deshalb die relative Luftfeuchtigkeit statt der Raumtemperatur. Ein einfaches Hygrometer zeigt, wo man steht. Im Winter liegt der Zielbereich für Wohnräume meist zwischen 40 und 55 Prozent. Werte dauerhaft über 60 Prozent bedeuten: Es kommt mehr Feuchtigkeit in die Luft, als abgeführt wird. Werte dauerhaft unter 35 Prozent trocknen Schleimhäute und Holzmöbel aus. Beide Extreme sind unangenehm, aber nur das obere führt zu Schimmel. Prüfen lässt sich das mit einem Gerät, das wenige Euro kostet – teure Funkstationen sind nicht nötig.
Nächtliches Schwitzen wird oft vorschnell der Bettdecke zugeschrieben. Der Reflex ist verständlich: Es ist warm, also muss die Füllung zu dick sein. In der Praxis führt dieser Schluss jedoch selten zur Lösung. Wer nachts schwitzt, wechselt häufig zu einer dünneren Decke und stellt nach einigen Nächten fest, dass das Schwitzen bleibt – manchmal sogar zunimmt. Der Grund liegt meist nicht in der Füllmenge, sondern in der Art und Weise, wie Wärme und Feuchtigkeit im Bett abgeführt werden.
Füllmaterial richtig aufschütteln und verteilen Vor dem Schlafengehen das Kissen kräftig aufschütteln, indem beide Hände die gegenüberliegenden Kanten greifen und die Füllung zur Mitte hin zusammendrücken. Bei Daunen- oder Federkissen reicht ein kurzes Aufschlagen auf eine Matratze oder ein Sofa, um verklumpte Bereiche zu lösen. Synthetische Füllungen aus Hohlfasern neigen dazu, sich in einer Ecke zu sammeln. Hier hilft es, das Kissen mit der flachen Hand von der Mitte nach außen zu streichen. Wichtig ist, das Kissen nicht zu stark zu quetschen, weil dadurch die Fasern dauerhaft ihre Elastizität verlieren.
Wann Waschen nichts mehr rett
Feuchtigkeit ist ein unterschätzter Faktor. Schweiß und Atemluft gelangen nachts in das Kissen und lassen Daunen oder Fasern zusammenkleben. Ein Kissenbezug aus Baumwolle oder Leinen nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie an die Luft ab. Synthetische Bezüge speichern Feuchtigkeit und fördern Verklumpung. Nach dem Aufstehen das Kissen an der Luft trocknen lassen, bevor das Bett gemacht wird. Einmal pro Woche das Kissen tagsüber an einen luftigen Ort legen, ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit die Füllung vollständig trocknen kann.
Wenn das Kissen trotz aller Maßnahmen platt bleibt, ist die Füllung verbraucht. Daunen und Federn verlieren nach einigen Jahren ihre Elastizität, synthetische Fasern brechen und verfilzen. Ein Austausch des Kerns oder ein neues Kissen ist dann die einzige Lösung. Regelmäßiges Aufschütteln, ein passender Bezug und das Vermeiden von Feuchtigkeit halten die Form jedoch deutlich länger als ein Jahr.
Die Schlafposition bestimmt, wie das Kissen geformt werden muss. Seiten- und Rückenschläfer brauchen ein anderes Höhenprofil als Bauchschläfer. Für Rückenschläfer ein Kissen mit gleichmäßiger Höhe formen und die Mitte leicht eindrücken, damit der Nacken nicht überstreckt wird. Seitenschläfer schieben die Füllung von den Seiten zur Mitte, sodass ein festerer Bereich unter dem Kopf entsteht. Bauchschläfer drücken die Füllung nach außen, um eine flache Auflage zu schaffen. Wer sein Kissen jeden Abend neu in Form bringt, verhindert, dass sich eine dauerhafte Mulde bildet.
Ein Kissen verliert über Nacht seine Form, wenn der Bezug zu locker sitzt, der Kern verrutscht oder Feuchtigkeit das Füllmaterial verklumpt. Wer morgens ein plattes, schiefes Kissen vorfindet, hat meist eines von drei Problemen: falscher Bezug, falsche Füllung oder falsche Lagerung. Die folgenden Maßnahmen lassen sich ohne besondere Hilfsmittel umsetzen und wirken bereits nach einer Nacht.
Das Kissen selbst sollte nachts nicht unter einer schweren Decke oder einem Berg von Kissen liegen. Druck von oben presst die Füllung zusammen und verhindert, dass sie sich in ihre ursprüngliche Form zurückbewegt. Wer mehrere Kissen übereinander stapelt, sollte das unterste Kissen vor dem Schlafengehen aufschütteln und flach ausrichten. Ein zu hoher Stapel verformt alle Kissen darunter dauerhaft. Besser ist es, nur ein Kissen direkt unter dem Kopf zu verwenden und dekorative Kissen beiseitezulegen.
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