Die wichtigste Aktivität bleibt das Paddeln und Kahnfahren, aber im Frühling gelten andere Regeln. Das Wasser ist kalt, die Fließgeschwindigkeit nach der Schneeschmelze höher als im Sommer. Wer ein Kanu mietet, sollte Schwimmwesten tragen und die Strecke kürzer planen als gewohnt. Typischer Fehler: die Strömung unterschätzen und in einen schmalen Graben geraten, aus dem man nur mühsam zurückkommt. Wer unsicher ist, nimmt an einer geführten Kahnfahrt teil. Die Kahnführer kennen die Wasserstände und wissen, welche Fließe nach dem Hochwasser noch gesperrt sind.
Die richtige Reihenfolge beim Kurbeln Das Füllen und Leeren geschieht über Schütze in den Toren oder über Umläufe in den Kammerwänden. Diese Schütze werden mit einer Spindel oder Kette gehoben. Bei handbetriebenen Anlagen sitzt oft eine Ratsche oder ein Sperrklinkenmechanismus daran. Beim Öffnen langsam kurbeln, damit der Wasserdruck nicht schlagartig wirkt. Ein ruckartig geöffnetes Schütz erzeugt eine Welle, die das Boot an die Wand drückt und die Leinen gefährlich spannt. Beim Schließen darauf achten, dass die Sperrklinke einrastet, sonst fällt das Schütz durch das Eigengewicht zurück.
Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte außerdem die Tageszeiten beachten. In den frühen Morgenstunden sind die Wege angenehm leer, aber Kahnbetrieb und Gastronomie starten oft erst gegen zehn Uhr. Am späten Nachmittag wird es auf den Hauptwegen voll, während die letzten Busse früh fahren. Der dritte häufige Fehler ist, den letzten Bus zu verpassen und dann auf gut Glück zu trampen. Das funktioniert im Spreewald nur selten, weil der Verkehr auf den Nebenstraßen gering ist.
Wer den Spreewald im Frühling richtig erleben will, sollte sich auf die Jahreszeit einlassen statt auf ein fertiges Programm zu hoffen. Das heißt: früh aufstehen, das Wetter ernst nehmen, Respekt vor brütenden Tieren zeigen und die Ruhe nutzen, solange sie da ist. Ab Mai ändert sich das Bild, die Preise steigen, und die Fließe füllen sich mit Booten. Der Frühling belohnt diejenigen, die ein paar Unsicherheiten in Kauf nehmen.
Mit steigender Wärme kommen Vogelstimmen hinzu, die an das Wasser gebunden sind. Zuerst rufen Stockenten und Gänsesäger, dann folgen Bachstelzen und Wasseramseln. Achte auf die Richtung: Rufe aus der Ufervegetation sind nah, Rufe über der Wasserfläche tragen weiter. Ein typisches Zeichen ist das laute, schnelle „zilp-zalp” der Bachstelze, das oft vom Stein am Ufer aus vorgetragen wird. Wer jetzt die Geräusche aufnimmt und später vergleicht, erkennt, dass jeder Tag eine neue Stimme bringt. Ein Fehler wäre, nur auf laute Rufe zu achten; viele Insekten und Amphibien erzeugen tiefe, kaum hörbare Töne, die man eher über Vibrationen am Boden wahrnimmt.
Kahnfahren und Busverkehr richtig kombinier
Eine handbetriebene Schleuse hat keine Hydraulik, keine Elektromotoren und keine Automatik. Tore, Schütze und Spindeln werden mit Muskelkraft, Kurbeln, Hebeln oder Kettenzügen bewegt. Wer hier schleust, muss den Ablauf kennen, sonst wird es körperlich gefährlich und dauert doppelt so lang. Der wichtigste Grundsatz lautet: Niemals mit Gewalt arbeiten. Klemmt ein Tor, hat das eine Ursache, die man finden muss.
Nach dem Ausgleich wird das Tor auf der Seite geöffnet, zu der geschleust werden soll. Auch hier langsam arbeiten und das Boot mit den Leinen führen. Erst wenn das Tor vollständig offen und arretiert ist, Leinen loswerfen und ausfahren. Zum Schluss alle Schütze schließen, Tore schließen und die Anlage so hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat. Wer diese Reihenfolge einhält, schleust sicher und ohne unnötigen Kraftaufwand.
Während des Wasserstandsausgleichs bleibt das Boot an mindestens zwei Leinen vertäut, eine vorn, eine hinten. Die Leinen werden nicht straff gehalten, sondern nachgeführt, damit das Boot mit dem Wasser steigen oder fallen kann. Wer eine Leine um eine Klampe legt und festzieht, riskiert, dass das Boot hängt und kentert. Besonders beim Leeren der Kammer sinkt das Boot schnell, wenn das Schütz weit geöffnet ist. Hier ist Gefühl gefragt: lieber das Schütz nur teilweise öffnen und den Vorgang strecken.
Unterkünfte und Gaststätten sind im Frühling günstiger und ruhiger, aber nicht durchgehend geöffnet. Viele Höfe bieten erst ab April wieder Zimmer an, manche nur von Donnerstag bis Sonntag. Wer flexibel ist, reist unter der Woche an. Ein weiterer praktischer Punkt: Bargeld mitnehmen. Nicht jede kleine Gaststätte im Spreewald akzeptiert Kartenzahlung, und der nächste Geldautomat ist in den kleinen Dörfern oft weit entfernt.
Vor dem Einfahren in die Kammer legt das Boot an einem der Festmacherpfähle oder Dalben an, je nach Anlage außerhalb oder innerhalb des Schleusenbereichs. Zuerst prüft man den Wasserstand in der Kammer und auf der Seite, zu der geschleust werden soll. Ist das Oberhaupt geschlossen und das Unterhaupt ebenfalls, kann die Kammer gefüllt oder geleert werden. Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst das Tor auf der Seite schließen, auf der das Wasser steht, dann das gegenüberliegende Tor öffnen. Wer das verwechselt, drückt das Boot gegen die Wand oder reißt die Leine.
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