Worauf bei einem Besuch im Frühjahr zu achten ist Viele Höfe öffnen erst ab Mitte April, manche nur an Wochenenden. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass alle Betriebe ganzjährig zugänglich sind. Prüfen Sie die Saisonzeiten, bevor Sie anreisen. Ein weiterer Fehler: festes Schuhwerk vergessen. Die Wege zwischen den Fließen sind im Frühling oft aufgeweicht, und nach Regenfällen steht das Wasser auf den Wiesen. Wer mit dem Auto kommt, sollte die Parkplätze an den Ortseingängen nutzen; die schmalen Wege in den Dörfern sind für Besucherfahrzeuge gesperrt.
Ein praktischer Anhaltspunkt ist die Uferkante. Im Winter liegt der Wasserstand meist niedrig und ruhig, die Böschung ist kaum benetzt. Steigt das Wasser bis an die ersten Grashalme und bleibt dort, beginnt die Schneeschmelze im Einzugsgebiet. Steigt es darüber hinaus und überflutet die flachen Wiesen, ist der Frühling im Spreewald angekommen. Wer den Pegel nur nach Gefühl beurteilt, macht den häufigsten Fehler: Ein kurzer Regentag hebt das Wasser schnell, senkt es aber genauso schnell wieder. Erst die Kombination aus anhaltendem Anstieg, trübem Wasser und steigender Wassertemperatur ist ein sicheres Zeichen.
Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte außerdem an Insektenschutz denken. Ab Mitte April werden die ersten Mücken in den feuchten Auwäldern aktiv, und lange Hosen schützen nicht nur vor Stechmücken, sondern auch vor Zecken und Brennnesseln am Wegesrand. Helle Kleidung ist hier von Vorteil, weil Zecken darauf besser zu erkennen sind. Für längere Radtouren entlang der Gurkenradweg-Abschnitte empfiehlt sich eine Regenhose, die sich schnell überziehen lässt, ohne dass man absteigen muss.
Wer im Sommer anreist, sollte früh starten. Zwischen zehn und fünfzehn Uhr drängen sich die Boote auf den Hauptkanälen rund um Lübbenau und Burg. Vor acht Uhr ist das Wasser ruhig, die Reiher stehen noch am Ufer, und die Temperaturen bleiben erträglich. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass ein Tag reicht. Die Distanzen auf dem Wasser wirken kurz, ziehen sich aber durch Schleusen und Umwege. Zwei bis drei Tage geben ein realistisches Bild, ohne dass man hetzt.
Die Spreewaldflößerei war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftszweig. Bauern und Fischer transportierten Holz, Heu und Getreide auf flachen Kähnen durch die verzweigten Fließe. Im Frühling, wenn die Wasserstände nach der Schneeschmelze stiegen und die Wiesen grün wurden, begann die Saison. Wer heute verstehen will, wie diese Arbeit funktionierte, findet auf einigen Höfen noch originale Geräte, nachgebaute Kähne und Vorführungen. Entscheidend ist, im Frühjahr die richtigen Orte zu wählen und die Öffnungszeiten vorher zu prüfen.
Was an den Füßen und am Kopf entscheidet Für die Füße eignen sich wasserdichte, knöchelhohe Schuhe mit profiliertem Sohlenprofil. Auf den Kahnanlegestellen und an den Uferwegen steht oft Schlamm, und wer mit Turnschuhen aus Stoff einsteigt, hat nach zehn Minuten nasse Füße. Gummistiefel sind praktisch, aber auf längeren Strecken unangenehm, weil sie nicht atmen; besser sind leichte Wandersstiefel mit Membran. Eine dünne Mütze oder ein Stirnband gehört ebenfalls in den Rucksack, denn auf dem offenen Wasser zieht der Wind stärker als erwartet, und die Ohren kühlen schnell aus.
Alte Schleusen an Bächen und kleinen Flüssen sind keine Kulisse, sondern Bauwerke mit Mechanik, die jahrzehntelang gewartet wurde – oder eben nicht. Wer dort angelt, paddelt oder einfach spaziert, sollte die Anlage lesen können, bevor er sich nähert. Der erste Schritt ist immer dieselbe Frage: Ist das Wehr oder die Schleuse noch in Betrieb, oder liegt sie still? Ein Blick auf Scharniere, Ketten, Handräder und den Zustand des Mauerwerks verrät mehr als jedes Schild. Rostspuren an beweglichen Teilen, die senkrecht nach unten laufen, sind ein Warnsignal. Fehlen sie, wurde zuletzt gearbeitet.
Für die Hände sind dünne Handschuhe ratsam, besonders bei frühen Fahrten am Morgen. Gleichzeitig braucht man eine Sonnenbrille und einen leichten Sonnenschutz für Gesicht und Nacken: Die Frühlingssonne wird auf dem Wasser reflektiert und ist intensiver, als man denkt. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Annahme, dass es im Kahn trocken bleibt. Spritzwasser, Ruderwasser und gelegentlicher Nieselregen gehören dazu, deshalb sollte der Rucksack einen Regenschutz haben und Elektronik in einer wasserdichten Hülle stecken.
Achten Sie auf die Unterschiede zwischen den Höfen. Einige sind reine Museen mit erklärenden Tafeln, andere sind bewohnte Bauernhöfe, die nur an bestimmten Tagen Einblick gewähren. Auf letzteren ist Rücksicht wichtig: Fotografieren Sie keine Bewohner ohne Erlaubnis, und bleiben Sie auf den markierten Wegen. Ein dritter typischer Fehler ist es, die Floßvorführungen für reine Unterhaltung zu halten. Die Vorführer erklären, wie die Kähne beladen wurden, warum bestimmte Hölzer verwendet wurden und wie man im flachen Wasser manövrierte. Wer zuhört, versteht die Technik besser als auf jedem Schild.
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