Wer den Fehler bereits gemacht hat, sollte die Kerze nicht verwenden, sondern den Docht vollständig entfernen, das Material vorsichtig aufschmelzen und neu eingießen. Alles andere ist Zeitverschwendung. Ein schief sitzender Docht bleibt schief, egal wie lange das Aushärten dauert.
Kleine Blasen an der Oberfläche entstehen fast immer dann, wenn Luft oder Gas im Material eingeschlossen wird und beim Aushärten oder Abkühlen nicht mehr entweichen kann. Das passiert bei Lack, Harz, Gießmasse, Keramikglasur, Schokolade und sogar bei Beton. Entscheidend ist nicht die Größe der Blasen, sondern der Zeitpunkt ihrer Entstehung: Vor dem Erstarren lassen sie sich meist noch entfernen, danach bleibt nur Nacharbeit. Wer die Ursache kennt, kann den Fehler vermeiden, statt ihn später mühsam auszubessern.
Nach dem vollständigen Aushärten – je nach Wachsart nach mehreren Stunden – prüfst du den Sitz. Ein schief sitzender Docht lässt sich jetzt nicht mehr korrigieren, ohne die Kerze zu beschädigen. Deshalb ist die Kontrolle vor dem Erstarren entscheidend. Ein weiterer typischer Fehler: Den Docht zu kurz abschneiden. Steht er nur einen Millimeter über dem Wachs, kann er beim Abbrennen leicht in die Schieflage geraten. Zwei bis drei Zentimeter Überstand sind ideal.
Beim Aushärten zieht sich das Wachs zusammen. Ein schief sitzender Docht wird dabei noch weiter aus der Mitte gedrückt. Die Folge: Auf einer Seite bildet sich ein Hohlraum, auf der anderen ein Wachsberg. Nach dem Erstarren steht der Docht schief im Kerzenkörper. Zündet man ihn an, brennt er ungleichmäßig ab. Der Wachssee wird einseitig, der Docht verkohlt und verliert seine Saugfähigkeit.
Das Werkzeug entscheidet ebenfalls. Borstenpinsel, raue Schwämme und poröse Rührstäbe halten Luft und geben sie erst an der Oberfläche wieder ab. Glatte Kunststoff- oder Metallwerkzeuge sind hier im Vorteil. Auch die Auftragsrichtung zählt: In einem Zug streichen statt hin und her zu streichen, reduziert die Zahl der eingeschlossenen Lufttaschen deutlich. Wer mehrere dünne Schichten aufträgt, hat weniger Blasen als bei einer dicken Schicht, weil jede Lage einzeln entgasen kann.
Am Ende zählt die Beobachtung: Steigen nach dem Rühren keine Bläschen mehr auf, ist die Masse bereit. Wer diesen Moment abwartet, statt sofort weiterzuarbeiten, vermeidet die meisten kleinen Blasen an der Oberfläche von vornherein.
Nach dem Ausbau das Glas mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm reinigen. Keine Scheuermilch und keine Stahlwolle, die Kratzer machen das Glas für den nächsten Wachsrest unbrauchbar. Etikettenreste lassen sich mit etwas Öl einweichen und dann abziehen. Wer das Glas anschließend für Kerzen wiederverwenden will, sollte es vorher vollständig trocknen lassen. Restfeuchtigkeit führt beim neuen Wachs zu Blasen und einer unruhigen Oberfläche.
Für die Herstellung wird eine stabile Pappe benötigt, etwa von einem Versandkarton. Die Scheibe sollte etwas größer sein als die Öffnung, durch die der Docht geführt wird, damit sie nicht durchrutscht. In die Mitte der Scheibe wird ein Loch gestanzt oder ein Kreuzschnitt gemacht. Der Docht wird durch dieses Loch gezogen, sodass die Scheibe später flach auf dem Rand des Gefäßes oder der Öffnung aufliegt. Der Docht bleibt dadurch senkrecht und mittig. Wichtig ist, dass die Pappe nicht aufquillt und sich auflöst; beschichtete oder sehr dünne Pappe ist ungeeignet.
Wenn trotz aller Vorsicht Blasen bleiben, hilft nur Nacharbeit. Kleine Bläschen lassen sich nach dem Aushärten mit feinem Schleifpapier öffnen und mit passendem Material auffüllen. Bei transparenten Oberflächen ist das riskant, weil Füllstellen sichtbar bleiben. Deshalb gilt: Lieber von Anfang an langsam arbeiten, Werkzeug und Temperatur kontrollieren und die Mischung vor dem Auftragen entgasen. Wer diese drei Punkte beachtet, bekommt deutlich glattere Oberflächen und spart sich die zeitaufwendige Reparatur.
Der Docht ist die erste Stelle, an der man ansetzt. Ist er länger als etwa einen Zentimeter, wird die Flamme zu groß und die Verbrennung unvollständig. Kürzen Sie den Docht vor jedem Anzünden auf fünf bis acht Millimeter, am besten mit einer Dochtschere oder einer feinen Nagelschere. Entfernen Sie dabei auch die verkohlte Spitze, denn sie behindert den Wachstransport. Ein zu kurz geschnittener Docht ist allerdings ebenso problematisch: Dann wird die Flamme klein und ertrinkt im Wachs, was ebenfalls zu Ruß führen kann. Ein gleichmäßiger Schnitt ohne ausgefranste Fasern ist entscheidend.
Heißes Wasser richtig einsetzen Bei hartnäckigen Resten oder Wachs mit hohem Schmelzpunkt hilft heißes Wasser, aber dosiert. Das Glas in eine Schüssel mit warmem Wasser stellen, nicht in kochendes. Die Temperatur langsam auf etwa 60 bis 70 Grad steigern. Das Wasserbad erwärmt das Glas gleichmäßig, das Wachs schmilzt und schwimmt auf. So lässt es sich abgießen oder mit einem Löffel abheben. Kein Wasser direkt ins Glas gießen, solange es kalt ist. Auch ein Temperaturschock von heiß auf kalt, etwa durch anschließendes Spülen unter kaltem Wasser, ist eine typische Ursache für Glasbruch.
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