Für die Basis eignen sich getrocknete Zitrus- und Apfelsinenschalen, die vorher vollständig an der Luft oder im Backofen bei niedriger Temperatur getrocknet wurden. Restfeuchte führt zu Schimmel, erkennbar an weißen oder grünlichen Stellen und einem muffigen Geruch. Die Schalen vor dem Trocknen möglichst dünn schneiden und das weiße Mark entfernen. Hölzer wie Sandelholz, Zedern- oder Wacholderstücke geben dem Ganzen Tiefe und halten Duft deutlich länger als reine Blüten. Ein häufiger Fehler ist, Hölzer mit Rinde zu verwenden: Die Rinde duftet kaum und bindet Feuchtigkeit.
Der Durchmesser bestimmt, wie viel Brennstoff pro Stunde verdampfen muss. Ein Gefäß mit zehn Zentimetern Weite hat eine größere Oberfläche als eines mit fünf Zentimetern. Bei Kerzen gilt eine grobe Faustregel: Für jeden Zentimeter Durchmesser braucht man etwa einen Docht, der bei ungefähr sechs bis acht Millimetern pro Zentimeter eine stabile Flamme hält. Bei Öllampen ist der Zusammenhang direkter, weil der Docht seitlich im Brenner sitzt und die Flamme flach über der Oberfläche steht.
Typische Fehler entstehen, wenn man den Docht nach dem äußeren Eindruck auswählt. Ein breites Gefäß mit dünnem Docht brennt nur in der Mitte, das Wachs bleibt am Rand stehen. Ein schmales Gefäß mit dickem Docht entwickelt zu viel Hitze, das Wachs oder Öl wird überhitzt und riecht streng. Prüfe nach dem ersten Abbrand, ob die Schmelz- oder Brennzone den gesamten Durchmesser erreicht. Bleibt ein Rand stehen, ist der Docht zu dünn. Rußt die Flamme oder flackert stark, ist er zu dick.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Abkühlen von Gegenständen durch bloßes Beiseitestellen. Ein heißes Blech oder ein Topf gibt die Wärme noch minutenlang ab. Wird es auf einen Holzuntersetzer oder neben eine Plastikflasche gelegt, kann das ausreichen, um ein Feuer auszulösen. Solche Teile gehören auf eine feuerfeste Unterlage und mindestens einen halben Meter von allem entfernt, was brennen kann. Auch der eigene Körper braucht Abstand: Kleidung mit weiten Ärmeln oder synthetischen Fasern schmilzt bei Kontakt und bleibt auf der Haut haften.
Die Dochtstärke lässt sich nicht nach Gefühl wählen. Wer eine Kerze gießt oder eine Lampe befüllt, muss den Innendurchmesser des Gefäßes kennen, bevor der Docht in Frage kommt. Ein zu dünner Docht zieht zu wenig Wachs oder Öl nach oben, die Flamme bleibt klein und der Brennstoff in der Mitte des Gefäßes wird nicht erreicht. Ein zu dicker Docht zieht mehr Brennstoff, als die Flamme sauber verbrennen kann, es entsteht Ruß und die Kerze brennt am Rand ab.
Vor dem Anzünden lohnt ein kurzer Rundgang: Steht die Flamme auf einer hitzebeständigen Unterlage? Ist der Bereich um die Flamme frei von allem, was brennen kann? Sind Kinder und Haustiere fern? Nach dem Gebrauch die Flamme vollständig löschen und die Stelle erst verlassen, wenn sie abgekühlt ist. Wer diese Regeln einhält, kann Feuer sicher nutzen, ohne ein Risiko einzugehen.
Die Form sollte vor dem Gießen auf eine Temperatur von etwa 60 bis 70 Grad Celsius vorgewärmt werden. Das geschieht am einfachsten im Backofen bei niedriger Stufe oder mit einem Heißluftfön. Wer die Form im kalten Zustand befüllt, bekommt fast immer einen vorzeitigen Erstarrungspunkt. Ein Backofenthermometer oder ein Infrarotthermometer hilft, die Werte zu kontrollieren. Wichtig ist, die Form nicht zu heiß zu machen, sonst kann das Wachs an der Oberfläche verbrennen oder die Form verziehen.
Nach dem Gießen darf die Form nicht sofort abkühlen. Sie sollte langsam und gleichmäßig auf Raumtemperatur kommen, am besten in einer isolierten Box oder unter einem umgedrehten Karton. Schnelles Abkühlen an der Luft führt zu einem harten, spröden Rand und einem weichen Kern. Das Wachs zieht sich ungleichmäßig zusammen, und der Abguss bekommt Risse. Wer diese Punkte beachtet, kann das vorzeitige Aushärten beim Gießen zuverlässig vermeiden und erhält glatte, vollständige Ergebnisse.
Danach muss die Kerze abkühlen und aushärten. Am besten legt man sie auf eine ebene Fläche und lässt sie mehrere Stunden, idealerweise über Nacht, liegen. Ein kaltes Wasserbad beschleunigt den Prozess, kann aber Spannungsrisse verursachen. Während der Abkühlphase darf die Kerze nicht bewegt oder aufgerichtet werden. Typische Fehler sind zu heißes Wasser, zu starkes Biegen und das Abkühlen im Stehen. Auch ein zu frühes Anzünden ist problematisch, weil sich die Form dann erneut verändert.
Die richtige Gießtemperatur und das Arbeitstempo Auch das Wachs selbst muss die passende Temperatur haben. Je nach Wachsart liegt der optimale Bereich zwischen 70 und 85 Grad Celsius. Zu heißes Wachs verzieht sich beim Abkühlen stärker, zu kaltes Wachs wird bereits im Gießgefäß zäh. Ein Thermometer im Schmelztopf ist deshalb unverzichtbar. Gegossen wird in einem zügigen, gleichmäßigen Strahl, nicht in kleinen Portionen. Wer zu langsam gießt, lässt das Wachs im Strahl abkühlen, und genau dann setzt die Erstarrung ein, bevor die Form gefüllt ist.
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