Zuerst wird gemessen und markiert. Legen Sie die Fliese auf eine stabile, ebene Unterlage – eine dicke Styroporplatte oder ein Reststück Gipskarton dämpft den Druck. Zeichnen Sie die Schnittlinie mit einem wasserfesten Filzstift oder Bleistift an, am besten auf der glasierten Seite. Kleben Sie bei empfindlichen Oberflächen ein Kreppband über die Linie, das reduziert Ausbrüche an der Kante. Prüfen Sie den Winkel mit einem Winkelmesser, bevor Sie ritzen. Ein schiefer Riss lässt sich später kaum korrigieren.
Für harte Kalkablagerungen auf Zementfugen hat sich eine Paste aus Natron und wenig Wasser bewährt. Trage sie mit einer alten Zahnbürste auf die betroffenen Stellen auf und lasse sie zehn bis fünfzehn Minuten einwirken. Anschließend schrubbst du mit kreisenden Bewegungen und spülst mit klarem Wasser nach. Bei dicken Krusten wiederhole den Vorgang, statt stärker zu schrubben. Zu viel Druck trägt Fugenmaterial ab und schafft neue Angriffsflächen für Schmutz.
Nach dem Bohren sollte die Tiefe stimmen. Das Loch muss etwa einen Zentimeter länger sein als der Dübel, sonst stößt dieser am Bohrlochgrund an und kann sich nicht spreizen. Staub und Bohrmehl müssen heraus, sonst verhindern sie den Formschluss. Ein passender Bohrer mit Schlagfunktion für Beton und ein scharfer Steinbohrer für Mauerwerk verhindern, dass das Loch ausbricht und dadurch größer wird als geplant. Wer mit einem zu großen Bohrer beginnt und dann „nachdübelt”, bekommt keinen festen Sitz.
Bleiben unebene Kanten oder kleine Ausbrüche, arbeiten Sie mit einer Schruppfeile oder einem Schleifstein nach. Für Ausschnitte – etwa um Rohre oder Steckdosen – bohren Sie mehrere Löcher dicht nebeneinander und stemmen den Rest vorsichtig mit einem Meißel heraus. Bei sehr harten Fliesen aus Feinsteinzeug oder Naturstein stoßen diese Methoden an Grenzen. Dann hilft nur ein Nassschneider, den man sich im Fachhandel oder Baumarkt ausleihen kann, ohne gleich ein eigenes Gerät zu kaufen.
Ritzen, brechen, nacharbeiten – die drei Schritte Zum Ritzen eignet sich ein Glasschneider mit Hartmetallrädchen. Setzen Sie das Rädchen am Rand an und ziehen Sie mit gleichmäßigem, kräftigem Druck einmal über die Linie – nicht mehrfach hin und her. Ein einzelner, sauberer Riss reicht. Bei großen Fliesen legen Sie ein Lineal oder eine gerade Leiste als Führung an. Danach wird gebrochen: Legen Sie die Fliese mit der Ritzlinie auf eine schmale Kante, etwa ein Rundholz oder den Rand einer Tischplatte, und drücken Sie beide Seiten kurz und bestimmt nach unten. Bei kleinen Abschnitten genügt eine Zange mit geraden Backen, die direkt an der Ritzlinie ansetzt.
Bohrloch prüfen statt rat
In Nassräumen wie Bad und Küche gilt eine eigene Reihenfolge: zuerst Leitungen, dann Abdichtung, dann Fliesen, dann Sanitärkeramik und Armaturen. Die Abdichtung darf niemals durch nachträgliche Bohrlöcher beschädigt werden. Wer Duschstangen oder Halterungen erst nach dem Fliesen setzt, muss die Dichtebene mit geeigneten Dübeln und Dichtmasse wiederherstellen. Ein weiterer Fehler ist, die Lüftung oder Heizkörper erst ganz am Ende anzuschließen, obwohl dafür Wandflächen geöffnet werden müssen.
Ob eine Grundierung nötig ist, hängt nicht vom Bauchgefühl ab, sondern von drei Faktoren: Saugfähigkeit, Beschaffenheit und Verschmutzung des Untergrunds. Wer diese drei Punkte prüft, bevor die erste Farbrolle eingetaucht wird, spart sich später Blasen, Abblättern und hässliche Flecken. Ein kurzer Test mit Wasser liefert die erste Antwort.
Ein typischer Fehler ist, den Bodenbelag vor dem Streichen zu verlegen. Abdeckfolie schützt zwar, aber Farbe läuft unter die Ränder, und Malerkrepp hinterlässt auf empfindlichen Oberflächen Spuren. Besser ist, den Boden erst nach den Malerarbeiten zu legen. Ausnahme: Wenn der Untergrund noch gespachtelt oder geschliffen werden muss, gehört das vor den Belag. Wer diese Ausnahme nicht beachtet, schleift später über den neuen Boden und ruiniert ihn.
Der erste Schritt ist immer die Planung der Abfolge nach Gewerk, nicht nach Raum. Elektrik und Sanitär gehören vor jede Oberflächenarbeit. Wer zuerst tapeziert und dann Steckdosen versetzt, produziert Schlitze im fertigen Putz. Ebenso müssen alte Leitungen und Rohre vor dem Verputzen oder Trockenbau liegen. Ein häufiger Fehler ist, einzelne Räume isoliert zu betrachten und erst später festzustellen, dass der Flur als Zugang zu allen Zimmern dauerhaft gesperrt war.
Ein häufiger Fehler ist, Grundierung und Farbe zu verwechseln. Eine Grundierung ist kein dünner Anstrich, sie hat eine andere Zusammensetzung und Aufgabe: Sie schließt Poren, bindet Staub und schafft eine gleichmäßige Oberfläche. Wer stattdessen verdünnte Farbe verwendet, riskiert eine schlechte Haftung und Fleckenbildung. Ebenso falsch ist es, auf feuchten Untergründen zu grundieren. Feuchtigkeit im Putz oder Beton führt später zu Blasen und Schimmel. Vorher unbedingt mit einem Feuchtigkeitsmessgerät prüfen oder abwarten.
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