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Grundierung oder Haftung: Was der Untergrund wirklich braucht

Wann Farbe ohne Grundierung hält und wann nicht Auf einem tragfähigen, sauberen und leicht saugenden Untergrund hält Farbe auch ohne Grundierung. Typische Fälle sind bereits gestrichene Wände mit matter Dispersionsfarbe, die nur aufgefrischt werden sollen. Auch Beton oder Kalksandstein können direkt gestrichen werden, wenn sie trocken und staubfrei sind. Vorsicht bei Raufaser oder Strukturtapeten: Sie saugen unterschiedlich stark, hier verhindert eine Grundierung, dass sich die Struktur mit Farbe zusetzt und ungleichmäßig trocknet.

In mehreren dünnen Schichten statt einer dicken Füllung Spachtelmasse wird nicht in einem einzigen dicken Klumpen eingebracht. Besser ist es, die Masse mit einem Spachtel oder einem schmalen Kittmesser in dünnen Lagen einzudrücken. Jede Schicht sollte leicht über die Wandfläche hinausragen. Bei tiefen Löchern wartet man zwischen den Lagen, bis die vorherige leicht angezogen ist. Wird zu viel Material auf einmal aufgetragen, schrumpft es beim Trocknen und reißt auf.

Neben der Saugfähigkeit entscheidet die Haftung. Kreidende, sandende oder glänzende Flächen nehmen Farbe schlecht an. Ein einfacher Kratztest mit dem Fingernagel zeigt, ob sich die alte Schicht lösen lässt. Rieselt Sand oder Kreide ab, muss zuerst ein Haftgrund aufgetragen werden. Glänzende Lacke, Fliesen oder Metall benötigen eine spezielle Haftbrücke, sonst hält der neue Anstrich nur bis zum ersten Stoß. Bei stark verschmutzten Flächen, etwa Nikotin, Fett oder Ruß, reicht Grundieren allein nicht: Erst gründlich reinigen, dann isolieren.

Typische Fehler sind zu wenig Trockenzeit, ein zu großer Spachtelauftrag in einem Zug und das Versäumnis, die reparierte Fläche zu grundieren. Auch wer die Wand nach dem Schleifen nicht entstaubt, ärgert sich über sichtbare Ränder. Wer diese Punkte beachtet, bekommt eine Wand, die nach dem Streichen gleichmäßig aussieht und in der sich kein Dübelloch mehr abzeichnet.

Typische Fehler wiederholen sich: zu dicke Schichten auftragen, weil man die Wartezeit verkürzen will; den zweiten Anstrich auf eine noch klebrige Fläche setzen; oder die Farbe bei Hitze zu schnell trocknen lassen. Ein weiterer Fehler ist das Streichen mit zu viel Druck. Die Rolle oder der Pinsel drückt dann in die untere Schicht und erzeugt Riefen. Besser ist es, den zweiten Anstrich dünn und gleichmäßig aufzutragen.

Die Entscheidung lässt sich in drei Schritten zusammenfassen: Erst den Untergrund prüfen, dann reinigen und trocknen lassen, dann je nach Ergebnis grundieren oder direkt streichen. Wer sich unsicher ist, macht eine kleine Probefläche an einer unauffälligen Stelle. Nach dem Trocknen zeigt sich sofort, ob die Farbe hält oder ob eine Grundierung fehlt. Dieser Test kostet wenig Zeit und verhindert teure Nacharbeit.

Ein häufiger Fehler ist der Einsatz einer Drahtbürste auf einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer. Die hohe Umdrehungszahl trägt das Fugenmaterial in Sekunden ab und beschädigt die Fliesenkanten. Wer dennoch mechanisch arbeiten will, sollte zu einer Nylonbürste mit mittlerer Härte greifen und diese mit niedriger Drehzahl führen. Für die meisten Fugen im Haushalt reicht jedoch eine Handbürste mit Kunststoffborsten, kombiniert mit einem geeigneten Reiniger. Bei Kalkablagerungen hilft ein saurer Reiniger, bei Fett ein alkalischer. Die Bürste ist dann nur noch für die Mechanik zuständig, nicht für die Chemie.

Zuerst wird überschüssige Farbe entfernt. Den Pinsel über einem Eimer oder einem Stück Pappe abstreifen, nicht an der Wandkante ausdrücken. Die Rolle mit einem Spachtel oder dem Daumen abziehen, sodass möglichst wenig Material im Flor bleibt. Diese Farbreste lassen sich oft noch verwenden, wenn sie in ein sauberes Gefäß gegeben werden. Danach beginnt die eigentliche Reinigung, und die richtet sich nach der Art der Farbe.

Bevor überhaupt gebürstet wird, sollte die Fuge angefeuchtet werden. Trockener Schmutz staubt und wird tiefer eingedrückt. Einweichen mit warmem Wasser oder einem Reiniger lockert die oberste Schicht. Anschließend arbeitet man in kurzen Bahnen entlang der Fuge, nicht quer darüber. Nach dem Reinigen gründlich mit klarem Wasser nachspülen, sonst bleiben Reinigungsmittelreste zurück und binden neuen Schmutz. Bei stark verschmutzten Fugen ist eine Wiederholung nach einigen Minuten wirksamer als starker Druck mit der Drahtbürste.

Wo die Drahtbürste tatsächlich funktioniert – und wo nicht Epoxidharzfugen sind chemisch beständig und mechanisch sehr belastbar. Hier kann eine Drahtbürste in Ausnahmefällen helfen, etwa bei eingebrannten Rückständen in einer Werkstatt oder Garage. Trotzdem gilt: Die Bürste darf nur punktuell und mit geringer Drehzahl eingesetzt werden, wenn sie an einer Maschine befestigt ist. Von Hand ist der Kraftaufwand zu hoch, und man rutscht leicht auf die Fliese ab. Naturstein wie Marmor oder Travertin reagiert dagegen extrem empfindlich. Schon eine kurze Berührung mit der Drahtbürste hinterlässt sichtbare Kratzspuren, die sich nicht mehr entfernen lassen.

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