Am Ende zählt nicht die Größe der Wohnung, sondern das Gefühl, das sie vermittelt. Ich hatte eine 45-Quadratmeter-Wohnung günstig einrichten in Frankfurt, die vor dem Staging wie eine Abstellkammer wirkte. Nachdem ich ein Bett mit Unterflurfach für die Bettwäsche eingebaut, eine kleine Couch mit Schlaffunktion für Gäste platziert und die Küchenzeile durch einen schmalen Tisch ergänzt hatte, kamen vier Interessenten zur ersten Besichtigung. Zwei boten noch am selben Tag. Home Staging ist kein Zaubertrick. Es ist die Kunst, den Käufern zu zeigen, dass auch kleine Räume großes Wohngefühl bieten können.
Ich habe schon viele Wohnzimmer gesehen, die trotz schöner Möbel einfach nicht gemütlich wirken. Meistens liegt es an der Beleuchtung. Besonders in kleinen Räumen mit wenig Quadratmetern kann eine einzige Deckenleuchte den ganzen Raum erdrücken. Wohnzimmerlampen müssen nicht nur hell sein, sie sollten auch Atmosphäre schaffen. Ich rate meinen Kunden immer, mehrere Lichtquellen auf verschiedenen Ebenen zu platzieren. Eine Stehlampe neben dem Sofa, eine Tischlampe auf dem Beistelltisch und vielleicht eine indirekte LED-Leiste hinter dem Fernseher. So entstehen Lichtinseln, die den Raum größer wirken lassen. Vergessen Sie nicht, dass zu grelles Licht ungemütlich macht und zu wenig Licht den Raum dunkel und eng erscheinen lässt. Die richtige Mischung macht den Unterschied.
Die Wahl der Möbel war entscheidend. Ich habe mir ein Lozko z pojemnikiem na posciel ins Schlafzimmer gestellt, aber das ist eine andere Geschichte. In der Küche dominieren helle Fronten und eine dunkle Arbeitsplatte, die Flecken kaschiert. Die Einbauküche ist aus MDF, aber die Beschichtung ist kratzfest. Nach zwei Jahren sieht sie noch aus wie neu. Ich reinige sie mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel. Keine aggressiven Chemikalien, weil die Oberflächen empfindlich sind. Die Griffe sind aus Edelstahl und lassen sich leicht greifen, auch wenn meine Hände nass sind. Kleinigkeiten, die im Alltag zählen.
Eine meiner liebsten Strategien ist die Illusion von mehr Stauraum. In einer Wohnung in Köln stand eine riesige, leere Einbauküche, die den Raum erdrückte. Ich entfernte die oberen Hängeschränke und stellte stattdessen offene Regale mit Gläsern und Büchern hinein. Dazu platzierte ich ein Bett mit integriertem Stauraum für Bettwäsche, das gleichzeitig als Sofa diente. Die Besucher konnten die Schubladen öffnen und sehen, wie viel Platz dort war. Eine echte Wohltat in Wohnungen ohne Abstellkammer. Der Effekt: Käufer fühlten sich nicht bedrängt, sondern sahen die Möglichkeiten.
Vergesst nicht die Beleuchtung. Nichts lässt einen Raum billiger wirken als kaltes Neonlicht. Ich setze auf mehrere kleine Lampen statt einer großen Deckenleuchte. Ein alter Strohhut von einem Flohmarkt wurde bei mir zum Lampenschirm. Einfach ein Kabel mit Fassung durchziehen, schon hat man eine individuelle Leuchte für unter 15 Euro. Solche Upcycling-Ideen sind nicht nur günstig, sie geben der Wohnung auch Charakter. Sucht auf Flohmärkten nach Holzrahmen für Spiegel oder alten Kommoden. Ein frischer Anstrich in einer kräftigen Farbe verwandelt sie in echte Hingucker. Das spart Geld und macht viel mehr Spaß als das gleiche Möbel von der Stange.
Und apropos Schlafplatz: In vielen meiner Projekte ist die Küche auch der Ort, wo Gäste übernachten. Sei es auf einer ausklappbaren Couch oder einem Gästebett. Dann wird die Beleuchtung plötzlich zur Herausforderung. Stell dir vor, du hast ein schönes Schlafsofa, aber die Deckenlampe darüber ist so hell, dass man keine Augen zumachen kann. Hier helfen indirekte Lichtquellen. Ich habe eine LED-Lichtleiste hinter dem Gesims der Hängeschränke angebracht, die das Licht sanft an die Wand wirft. Das gibt eine warme, ruhige Atmosphäre. In einer Wohnung habe ich sogar ein Bett mit Stauraum darunter, das tagsüber als Sitzbank dient, und nachts wird die indirekte Beleuchtung zum Lesen genutzt.
Letztes Jahr stand ich vor einem leeren Wohnzimmer in einer 58-Quadratmeter-Wohnung in Berlin-Neukölln. Die Eigentümerin hatte Panik, weil seit drei Monaten kein ernsthafter Käufer kam. Der Flur roch nach leerem Kühlschrank, die Fenster hatten keine mehr. Ich brachte eine 220 Zentimeter lange Couch mit, deren Rückenpolster ich mit zwei verschiedenen Kissenfarben kombinierte. Auf dem Esstisch platzierte ich keine Kunstblumen, sondern eine offene Holzkiste mit Äpfeln und einer Kerze. Drei Tage später gab es das erste Angebot. Das ist Home Staging: Nicht lügen, sondern die beste Version des Raumes zeigen.
Praktisch ist auch ein mechanizm DL an meinem Bett, mit dem ich den Lattenrost hochklappen kann. So komme ich leicht an die Kisten mit den Winterjacken oder an alte Unterlagen. Der mechanizm DL spart mir jedes Mal das mühsame Anheben der Matratze. Ich habe darin sogar einen kleinen Aktenvernichter verstaut, der leise läuft und nicht stört. Wer keinen Stauraum im Bett hat, sollte zumindest einen schmalen Schrank oder eine Kommode nutzen, die den Arbeitsplatz optisch einrahmt. Chaos entsteht nämlich meist durch herumliegende Dinge, die keinen festen Platz haben.
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