Vor dem Auszug stellt sich oft die Frage, wie man Bohrlöcher in Wänden und Decken hinterlässt. Eine unsachgemäße Reparatur kann zu Abzügen von der Kaution führen oder Ärger mit dem Vermieter verursachen. Dabei ist das fachgerechte Verschließen mit etwas Geduld und den richtigen Techniken gar nicht schwer. Der folgende Leitfaden zeigt, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Zunächst sollten Sie das Loch und die Umgebung gründlich von Staub und losen Partikeln befreien. Ein Staubsauger mit schmaler Düse ist hierfür ideal. Bei größeren Löchern entfernen Sie vorsichtig lose Gipsreste oder Dübelreste mit einer Zange. Wichtig ist, dass die Kante des Lochs sauber und tragfähig ist. Ist die Wand sehr porös, können Sie sie mit einem handelsüblichen Tiefengrund vorbehandeln. Dieser Festiger sorgt dafür, dass der später aufgetragene Spachtel besser haftet und nicht bröckelt. Lassen Sie den Grund vollständig trocknen, bevor Sie weitermachen.
Die effektivste Methode gegen Luftschall ist eine Vorsatzschale. Dafür montieren Sie eine Unterkonstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen mit einem Abstand von mindestens drei Zentimetern zur Bestandswand. In den Zwischenraum kommt Mineralwolle oder Holzfaser – wichtig ist, dass das Material vollflächig anliegt und keine Hohlräume entstehen. Vor der Montage der Latten kleben Sie an der Wand ein dünnes Dichtband, damit keine Schallbrücken entstehen. Anschließend beplanken Sie die Konstruktion mit zwei Lagen Gipskarton, die Sie versetzt anordnen. Die Fugen spachteln Sie nicht nur, sondern schneiden sie vorher mit einem Messer schräg an – so hält der Spachtel besser und bildet keine Risse, die Schall durchlassen. Achten Sie darauf, dass die Vorsatzschale nicht den Boden berührt, sondern auf einer dünnen Gummischicht aufliegt. Sonst überträgt sie Vibrationen direkt auf die Decke.
Eine oft übersehene Möglichkeit sind Vorhangsysteme, die eine schräge Nische in einen versteckten Kleiderschrank verwandeln. Ein einfacher Metallstab, der parallel zur Schräge angebracht wird, und ein blickdichter Stoff schaffen schnell und günstig Ordnung. Im Inneren können Sie hängende Organizer nutzen, die an der Schräge befestigt werden. Typische Fehler sind schlecht befestigte Stangen, die unter Last nachgeben. Verwenden Sie daher Dübel, die für die jeweilige Wandbeschaffenheit geeignet sind, und verstärken Sie die Halterungen an der tiefsten Stelle.
Praktische Zonen statt strikter Trennung Verzichten Sie auf feste Wände und setzen Sie auf Zonen. Ein Teppich kann den Schlafbereich definieren, ohne den Raum zu teilen. Platzieren Sie das Bett möglichst an einer Wand, um den mittleren Bereich frei zu halten. Wenn Sie das Bett tagsüber als Couch nutzen, investieren Sie in einen festen Topper und schöne Kissen, damit es nicht wie ein Bett aussieht. Nachts verwandeln Sie es zurück – mit wenigen Handgriffen.
Falls eine vollständige Estrich-Erneuerung zu aufwendig ist, können Sie eine Trockenestrich-Lösung wählen. Dabei legen Sie Dämmplatten direkt auf die vorhandene Decke und darauf zementgebundene Platten als Lastverteilung. Diese Methode ist weniger schlank, aber deutlich schneller und trocknet ohne lange Wartezeit. Wichtig ist, dass die Dämmplatten an den Stoßkanten verklebt werden, damit sie nicht später knarzen. Nach dem Verlegen der Platten sollten Sie die gesamte Fläche mit einem Gummihammer abklopfen. Hört sich eine Stelle hohl an, liegt die Platte nicht auf – dann müssen Sie sie erneut verlegen. Ein weiteres Detail: An den Wänden müssen die Trockenestrich-Platten ebenfalls mit einem Abstand liegen, den Sie mit Korkstreifen ausfüllen. Nur so bleibt die Entkopplung erhalten.
Der wichtigste Schritt ist die regelmäßige Reinigung Ihrer Bettwäsche und Kleidung. Wolldecken, Kissenbezüge und Bettüberwürfe sollten alle zwei bis drei Wochen gewaschen werden, wenn sie in Gebrauch sind. Achten Sie dabei auf die Pflegehinweise: Viele Wollstoffe vertragen einen Schonwaschgang mit Wollwaschmittel. Nach dem Waschen trocknen Sie die Textilien am besten an der frischen Luft, denn Motten meiden Licht und starke Gerüche. Einmal pro Monat lüften Sie den Kleiderschrank für mehrere Stunden – das senkt die Luftfeuchtigkeit, die Motten zum Überleben brauchen.
Deckendämmung: Die Reihenfolge entscheidet Bei der Dämmung der Decke ist die größte Fehlerquelle die Reihenfolge der Schichten. Auf die Rohdecke gehören zuerst eine Trittschalldämmung aus Mineralwolle oder Kork, darauf eine Folie als Feuchtigkeitssperre und erst dann ein schwimmender Estrich. Der Estrich muss ringsum einen Abstand von etwa einem Zentimeter zur Wand haben, der mit einem weichen Streifen ausgefüllt wird. Diesen Randstreifen schneiden Sie erst nach dem Trocknen des Estrichs auf Höhe des Fußbodens ab. Ein häufiger Fehler: Viele verlegen die Dämmung nur unter dem Estrich, aber nicht im Bereich der Türschwellen. Dadurch entsteht eine Schallbrücke, die die gesamte Wirkung zunichtemacht. Planen Sie die Dämmung deshalb immer bis in die Türöffnungen hinein.
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