Ein weiterer Riesen Trend, der mich persönlich begeistert, sind die großflächigen botanischen Prints. Denken Sie an üppige Blätterwedel oder zarte Farnmuster, die über die ganze Wand laufen. Diese Tapeten erschaffen eine eigene kleine Dschungelatmosphäre, ohne dass Sie echte Pflanzen gießen müssen. In einer Wohnung mit wenig Tageslicht wirken sie fast wie ein Gemälde. Kombinieren Sie das mit einer weichen Tapisserie aus Samt oder einer samtigen Struktur, und der Raum bekommt sofort Tiefe. Gerade bei einem kleinen Sofa oder einer Couch, die abends zum Schlafen umgebaut wird, lenkt die Wandgestaltung geschickt vom fehlenden Platz ab.
Ein weiterer Tipp aus meiner Praxis: Nutze die niedrigen Ecken für offene Regale. Unter der Schräge, wo kein Möbelstück passt, habe ich schmale Holzbretter angebracht, die ich mit Büchern und Pflanzen bestücke. Das kostet fast keinen Platz und bringt Leben in die Ecke. Achte darauf, dass die Regale nicht zu tief sind – maximal 20 cm, sonst stößt du dir den Kopf. Ich habe sogar einen kleinen Schreibtisch in eine Nische gequetscht, indem ich eine schmale Platte auf zwei Metallbeine stellte. So kann ich arbeiten, während die Sonne durch das Dachfenster scheint.
Die Auswahl an Tapeten ist heute riesig, aber lassen Sie sich nicht überfordern. Meine Devise ist: Weniger ist manchmal mehr, aber ein bisschen mehr ist auch okay. Nehmen Sie sich Muster mit nach Hause und halten Sie sie an die Wand, bei unterschiedlichem Tageslicht. Eine Tapete, die im Laden perfekt aussieht, kann in Ihrem Raum plötzlich ganz anders wirken. Besonders bei einer Couch mit integriertem Bett, die viel Fläche einnimmt, sollte die Wandfarbe zurückhaltend gewählt werden, um den Raum nicht zu erdrücken.
Blau bleibt ein Klassiker, aber in neuen Varianten. Statt des typischen Himmelblaus setzen wir jetzt auf gedeckte Töne wie Schieferblau oder mattes Marineblau. In einer kleinen Dachgeschosswohnung habe ich das Arbeitszimmer in einem tiefen Graublau gestrichen. Die Wirkung war verblüffend: Der Raum mit nur 10 Quadratmetern wirkte plötzlich fokussierter und ruhiger. Der Nachteil war die fehlende Stauraummöglichkeit, denn unter dem Schreibtisch stand eine wersalka für Gäste. Die blaue Wand lenkte aber so gekonnt ab, dass die Möbel fast verschwanden. Wichtig ist bei solchen dunklen Tönen, dass genügend Lichtquellen vorhanden sind. Eine Stehlampe mit warmweißem Licht und ein kleiner Spot an der Decke reichen völlig aus, um den Raum lebendig zu halten.
Ich stand damals in meiner ersten eigenen Wohnung, einem 42-Quadratmeter-Appartement in einer Altbauetage, und wusste nicht, wo mir der Kopf stand. Das Wohnzimmer sollte alles sein: gemütlicher Rückzugsort, Esszimmer für zwei, Arbeitszimmer an grauen Tagen und manchmal auch Gästezimmer, wenn meine Schwester aus Hamburg zu Besuch kam. Die größte Hürde war die Couch. Ich brauchte eine Sitzgelegenheit, die tagsüber einladend wirkt, aber nachts nicht wie ein notdürftiges Feldlager aussieht. Also begann die Suche nach einer Lösung, die all das vereint. Schnell merkte ich: Wohnzimmer einrichten ist kein Spaziergang, sondern ein Puzzle, bei dem jedes Teil sitzen muss.
Ein mutiger Trend sind zweifarbige Wände, aber nicht im klassischen Sinne von oben und unten getrennt. Ich mag die Variante, bei der eine Farbe als großflächiger Block von der Decke bis zur Hälfte der Wand reicht. In einem Esszimmer habe ich das mit einem warmen Senfgelb und einem hellen Beige gemacht. Der Effekt war, als hätte man ein Kunstwerk an der Wand. Die Herausforderung war der Übergang zwischen den Farben. Mit einem präzisen Malerkrepp und einer ruhigen Hand gelang es aber perfekt. Diese Technik lenkt den Blick nach oben und lässt die Decke höher wirken. Besonders in Altbauwohnungen mit hohen Räumen ist das ein echter Gewinn. Die Gäste staunen immer und fragen nach dem Trick.
Pastelltöne haben ein Comeback, aber in einer erwachseneren Version. Nicht mehr diese quietschigen Babyfarben, sondern sanfte Fliedertöne oder pudriges Rosa. In einem Schlafzimmerprojekt habe ich eine Wand in einem zarten Mauve gestrichen. Die Kundin hatte ein Bett mit einem stelaz listwowy und einer guten Matratze, aber die Wand war einfach zu weiß. Nach dem Streichen wirkte der Raum wie eine Umarmung. Die Kombination mit einem hellgrauen Teppich und goldenen Accessoires machte den Look komplett. Diese Farben eignen sich besonders gut für Räume, in denen man sich entspannen möchte, denn sie wirken beruhigend ohne langweilig zu sein. Auch in Kinderzimmern sind diese Nuancen ideal, weil sie mit dem Kind mitwachsen können.
Die Wahl der Wandfarbe sollte auch die Funktion des Raumes widerspiegeln. In einem Schlafzimmer, in dem ein Bett mit einem mechanizm DL steht, das tagsüber als Sofa dient, brauchen Sie eine Farbe, die beides zulässt. Helle Töne wie Sand oder Creme sind hier ideal, weil sie den Raum größer wirken lassen und gleichzeitig eine gemütliche Atmosphäre schaffen. In einem Arbeitszimmer hingegen können kräftigere Farben wie ein tiefes Grün die Konzentration fördern. Ich habe bei einem Kunden erlebt, wie ein Raum mit einem dunklen Terrakottaton plötzlich zum Lieblingsort der ganzen Familie wurde. Die Kinder malten dort, die Eltern lasen. Die Farbe hatte eine Art Sogwirkung. Vergessen Sie nicht, dass die Decke auch eine Fläche ist. Ein heller Ton an der Decke öffnet den Raum, ein dunkler Ton macht ihn intimer. Probieren Sie es aus, Sie werden überrascht sein, wie viel ein Farbwechsel bewirken kann.
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