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Lehmputz, der Feuchtigkeit speichert statt sie einzuschließen

Ein oft übersehener Punkt ist die Entlüftung. In Altbauten mit kleinen Bädern ohne Fenster sammelt sich schnell Feuchtigkeit. Eine Dusche produziert mehr Dampf als eine Wanne, deshalb ist ein leistungsfähiger Ventilator oder ein Fenster zum Lüften notwendig. Auch die Wandflächen sollten im Duschbereich gefliest oder mit einer dichten Oberfläche versehen sein. Fehler bei der Abdichtung führen später zu Schimmel und teuren Reparaturen. Vor dem Einbau prüfen, ob die alten Leitungen noch tragfähig sind und ob der Wasserdruck für eine Dusche ausreicht.

Leise bedeutet in der Praxis: keine klappernden Deckel, keine schleifenden Schubladen, keine knarrenden Rollen. Prüfen Sie vor dem Einbau, ob der Kasten mit dem Bettrahmen verschraubt wird oder frei darunter steht. Verschraubte Lösungen sind stabiler, übertragen aber Geräusche auf das ganze Bett. Legen Sie Filzgleiter unter alle Auflageflächen und achten Sie darauf, dass der Deckel beim Schließen nicht auf Holz trifft. Ein dünner Streifen Moosgummi an der Auflagekante dämpft den Aufprall. Rollen oder Schienen sollten aus hartem Kunststoff oder Metall sein, nicht aus weichem Gummi, das mit der Zeit klebrig wird.

How to: Mit Zimmerpflanzen zum Urban Jungle || PULS ReportageEine zweite Möglichkeit sind flache Rollcontainer oder Schubladenboxen. Sie lassen sich hinter das Sofa schieben und bei Bedarf hervorziehen. Wichtig ist, dass die Rollen den Boden nicht verkratzen und die Boxen nicht höher sind als die Sofalehne. Steht das Sofa frei im Raum, kann ein niedriger Konsolentisch mit geschlossenen Fächern den gleichen Zweck erfüllen. Er trennt den Wohnbereich optisch ab und schafft gleichzeitig Platz für Dinge, die sonst auf dem Couchtisch liegen würden.

Wer Lehm im Innenraum einsetzen will, sollte zuerst den Untergrund prüfen. Auf saugfähigem Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein oder Lehmstein hält ein Lehmputz problemlos. Auf Beton, alten Ölfarben oder dichten Zementputzen ist eine Haftbrücke oder zumindest eine Aufrauung nötig, sonst platzt die Schicht nach dem Trocknen ab. Ein häufiger Fehler: Zu dünn auftragen. Unter zwei Zentimetern verliert der Putz fast seine gesamte Pufferwirkung, weil das Volumen fehlt. Besser in zwei Lagen arbeiten, die erste Lage antrocknen lassen, dann die zweite aufziehen und mit der Kelle oder einem Schwammbrett abreiben.

Lehm ist kein Baumaterial für Romantiker, sondern ein Feuchtepuffer mit messbarer Wirkung. Ein Quadratmeter Lehmputz von zwei Zentimetern Dicke kann je nach Mischung und Umgebungsfeuchte etwa 30 bis 60 Gramm Wasserdampf aufnehmen und bei trockener Raumluft wieder abgeben. Das klingt wenig, summiert sich in einem 20-Quadratmeter-Raum aber auf ein bis zwei Liter Wasser, die nicht an der Wand kondensieren, sondern im Material zwischengespeichert werden. Genau darin liegt der Unterschied zu Gipskarton oder Dispersionsfarbe: Lehm arbeitet aktiv, während andere Oberflächen Feuchtigkeit nur nach außen weiterreichen.

Unterm Strich ist Lehm keine Wunderwaffe, aber ein Baustoff mit klaren physikalischen Eigenschaften. Wer ihn richtig dimensioniert, den Untergrund vorbereitet und auf diffusionsoffene Folgeprodukte achtet, bekommt ein Raumklima, das sich selbst reguliert. Wer ihn dünn aufträgt, mit Dispersionsfarbe abdichtet oder in Nassbereichen einsetzt, wird enttäuscht. Die Entscheidung liegt nicht im Material, sondern in der Verarbeitung.

Wo Lehm wirklich Sinn macht — und wo nicht Am stärksten wirkt Lehm in Räumen mit schwankender Luftfeuchte: Schlafzimmer, Badezimmer ohne Fenster, Küchen oder Wohnräume mit vielen Pflanzen. In dauerhaft nassen Bereichen wie direkt in der Dusche oder als Spritzschutz hinter Waschbecken ist reiner Lehmputz dagegen falsch. Dort braucht es eine wasserabweisende Behandlung oder ein anderes Material, sonst weicht die Oberfläche auf. Auch in Räumen mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent verliert Lehm seine Fähigkeit, weil er irgendwann gesättigt ist. Dann hilft nur noch Lüften.

Ein häufiger Fehler ist der Kauf von fertigen Regalsystemen, die nicht in die Nische passen. Besser ist es, Bretter auf Maß zu bestellen oder aus Reststücken selbst zuzuschneiden. Dabei sollten die Träger nicht in die Wand gebohrt werden, wenn diese aus Gipskarton besteht, ohne vorher zu prüfen, wo Stromleitungen verlaufen. Für Mietwohnungen eignen sich Klemmregale oder höhenverstellbare Stützen, die ohne Bohren auskommen. Wer unsicher ist, beginnt mit einer einzelnen Nische und testet, wie sich der Stauraum im Alltag bewährt.

Beim Verarbeiten gibt es zwei typische Stolperfallen. Erstens: zu schnell trocknen. Zugluft oder Heizstrahler auf frischem Lehmputz führen zu Rissen, weil das Wasser zu ungleichmäßig entweicht. Trocknen lassen bei normaler Raumtemperatur, ohne direkte Wärmequelle. Zweitens: falsche Oberflächenbehandlung. Wer den Lehmputz mit Acrylfarbe oder einer dichten Versiegelung streicht, zerstört die Diffusionsoffenheit und damit den ganzen Effekt. Zulässig sind Lehmfarben, Kalkfarben oder Kaseinfarben, die ebenfalls Wasserdampf durchlassen.

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