Bei stark verfilzten Kolonien hilft ein mehrstufiges Vorgehen. Zuerst den Stamm mit einem feuchten Tuch abwischen, um Staub und Honigtau zu lösen. Danach die Läuse mit einer Bürste abstreifen. Anschließend die Stelle mit einem in Seifenlauge getauchten Tuch nachwischen, denn Seifenlauge löst die Wachsschicht der Läuse an und erleichtert das Ablösen. Nach dem Trocknen die Rinde mit einer Mischung aus Wasser und etwas Öl einreiben, damit die Oberfläche glatt bleibt und sich neue Läuse schlechter festsetzen können. Diese Behandlung wiederholt man alle sieben bis zehn Tage, bis keine neuen Kolonien mehr auftauchen.
Geduld ist der letzte und oft unterschätzte Faktor. Zwischen Rückschnitt und neuer Blüte liegen je nach Jahreszeit zwei bis fünf Monate. Wer in dieser Zeit die Pflanze ständig umstellt, düngt oder wässert, stört die Ruhephase. Ein fester Platz mit indirektem Licht, mäßige Wassergaben und eine kühle Nachtphase reichen aus. Blüht die Orchidee erneut, zeigt das, dass die Bedingungen stimmen – und derselbe Ablauf funktioniert dann immer wieder.
Gießen und Tauchen nach dem Rückschnitt Nach der Blüte braucht die Orchidee weniger Wasser, aber nicht gar keins. Der Wurzelballen im Topf sollte zwischen zwei Wassergaben fast trocken sein. Am sichersten ist das Tauchverfahren: den Topf für zehn bis fünfzehn Minuten in handwarmes, kalkarmes Wasser stellen, abtropfen lassen und erst dann zurück in den Übertopf geben. Stehendes Wasser im Übertopf ist der häufigste Grund für Wurzelfäule. Wer regelmäßig gießt, ohne auf die Wurzeln zu schauen, ertränkt die Pflanze. Gesunde Wurzeln sind prall und silbrig-grün; matschige, braune Wurzeln müssen mit einer sauberen Schere entfernt werden. Gedüngt wird erst wieder, wenn neues Wachstum sichtbar ist – dann schwache Dosis alle zwei Wochen.
Zugluft ist der am meisten unterschätzte Auslöser. Ein Standort zwischen Fenster und Heizkörper, an einer häufig geöffneten Terrassentür oder direkt unter einer Klimaanlage führt zu Blattverlust und Gelbfärbung, meist an der zugewandten Seite. Der Wechsel zwischen kalter Zugluft und trockener Heizungsluft schädigt die Blattoberfläche, die Pflanze kann nicht mehr ausreichend verdunsten. Abhilfe: Standort umstellen, nicht die Pflanze ständig drehen. Eine dauerhafte Position mit gleichmäßiger Temperatur und indirektem Licht ist besser als ständiges Umstellen. Zugluft lässt sich auch mit einem einfachen Thermometer prüfen, das über einige Stunden an der betroffenen Stelle liegt.
Typische Fehler sind zu viel Druck und zu große Flächen in einem Durchgang. Wer die gesamte Rinde an einem Tag abschabt, öffnet sie für Pilze und lässt sie austrocknen. Ein weiterer Fehler ist das Arbeiten bei Nässe: Feuchte Rinde quillt auf, der Schild sitzt dann fester und reißt beim Abheben Holzfasern mit. Auch das Abspritzen mit hartem Wasserstrahl bringt wenig, weil der Schild nicht aufweicht, sondern nur die Umgebung sauber wird. Wer ausschließlich bürstet, übersieht die tiefer sitzenden Tiere in Ritzen und an der Stammbasis.
Beim Gießen gilt eine einfache Regel: erst dann Wasser geben, wenn die obersten fünf bis sieben Zentimeter Substrat vollständig trocken sind. Im Sommer bedeutet das je nach Topfgröße und Standort etwa alle zwei bis drei Wochen, im Winter deutlich seltener. Beim Gießen sollte das Wasser durch die Abzugslöcher ablaufen können. Steht der Topf ohne Abzug in einem Übertopf, muss überschüssiges Wasser nach zehn Minuten entfernt werden. Staunässe ist der häufigste Grund, warum die Wurzeln und Rhizome faulen – und Fäulnis erkennt man meist erst, wenn sich die unteren Blätter gelb verfärben und weich werden.
Ein Südfenster liefert in Mitteleuropa an einem klaren Sommertag leicht 60.000 bis 100.000 Lux direkt an der Scheibe. Das ist mehr, als viele Blattpflanzen vertragen. Pflanzen mit dicken, ledrigen Blättern wie der Gummibaum oder die Efeutute halten das aus, wenn sie langsam an die Sonne gewöhnt wurden. Ohne Gewöhnung verbrennen die Blätter innerhalb weniger Tage. Typischer Fehler: Pflanze im Frühling kaufen, direkt ans Südfenster stellen, drei Wochen später sind die Blätter fleckig und trocken. Besser ist es, in der ersten Woche einen dünnen Vorhang zu nutzen oder die Pflanze zunächst zwei Meter vom Fenster entfernt zu platzieren und sie wöchentlich näher zu rücken.
Die Zimmermitte ist kein Kompromiss, sondern eine eigene Kategorie. Zwei bis vier Meter vom Fenster entfernt kommt oft nur noch ein Bruchteil des Lichts an – bei Nordlage kann das unter 500 Lux fallen. Für die meisten Zimmerpflanzen ist das zu wenig. Ausnahmen sind robuste Arten wie der Drachenbaum oder die Schusterpalme, die auch mit schattigen Ecken leben. Wer dort etwas Grünes möchte, sollte auf Pflanzen setzen, die von Haus aus im Unterwuchs wachsen. Ein häufiger Fehler ist, die Zimmermitte mit dem Nordfenster zu verwechseln: Am Fenster selbst ist es deutlich heller als drei Meter dahinter.
- ID: 400347


Reviews
There are no reviews yet.