Beim Schneiden kommt es auf die Art an. Bei Phalaenopsis, der häufigsten Zimmerorchidee, wird der abgeblühte Stängel nicht komplett entfernt, solange er grün ist. Schneide den Stängel bis etwa zwei Zentimeter über dem zweiten oder dritten Auge ab. Ein Auge ist die kleine Verdickung unterhalb der Blüte. Aus diesem Auge kann eine neue Rispe austreiben. Ist der Stängel braun und trocken, schneide ihn bodennah ab. Verwende eine scharfe, desinfizierte Schere. Ein häufiger Fehler: mit der Schere quetschen statt schneiden. Quetschungen faulen und ziehen Pilze an.
Wenn Gießwasser nicht in den Boden eindringt, sondern seitlich davonläuft oder sich in Pfützen am Beetrand sammelt, ist die oberste Schicht verdichtet. Die Ursache liegt selten tiefer als zehn bis zwanzig Zentimeter. Regen, Tritt, schwere Geräte und das Austrocknen nackter Erde pressen die Bodenpartikel zusammen. Die Poren verschwinden, das Wasser findet keinen Weg nach unten. Statt sofort umzugraben, lohnt sich eine kurze Prüfung: Stecke einen schmalen Stab oder Schraubendreher in die Erde. Dringt er nur wenige Zentimeter leicht ein und danach kaum weiter, sitzt die Verdichtung genau dort.
Untersetzer und Übertöpfe sind praktisch, aber gefährlich. Bleibt Wasser darin stehen, saugt die Erde es wie ein Docht nach oben. Gießen Sie deshalb nur so viel, dass nach zehn Minuten kein Rest im Untersetzer bleibt. Schütten Sie überschüssiges Wasser sofort weg. Wer von unten gießt, sollte den Topf nach dem Vollsaugen abtropfen lassen und nie dauerhaft im Wasser stehen lassen.
Wann Abschneiden doch richtig i
Der häufigste Fehler ist die Wahl des Standorts. Calathea verträgt keine direkte Sonne. Schon eine Stunde Mittagssonne auf einem Südfenster verbrennt das Blattgewebe, sichtbar als trockene, graubraune Flecken. Stellen Sie die Pflanze ein bis zwei Meter von einem Ost- oder Nordfenster entfernt auf, oder hinter einen dünnen Vorhang. Ein Fenster nach Westen funktioniert nur, wenn die Nachmittagssonne durch Bäume oder Gardinen gefiltert wird. Prüfen Sie den Standort mit der Hand: Fällt ein scharfer Schatten auf die Handfläche, ist das Licht zu stark.
Die Korbmarante, botanisch Calathea, gilt als schwierig. Das liegt nicht an Launen, sondern an einem Missverständnis: Viele behandeln sie wie eine gewöhnliche Zimmerpflanze, dabei stammt sie aus dem Unterwuchs tropischer Regenwälder. Dort ist das Licht gedämpft, die Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch und der Boden gleichmäßig feucht, aber nie nass. Wer diese Bedingungen ignoriert, bekommt braune Blattränder, eingerollte Blätter und innerhalb weniger Wochen eine Pflanze, die nur noch existiert, statt zu wachsen.
Für einen neuen Blütenansatz braucht die Pflanze einen Temperaturreiz. Stelle sie für vier bis sechs Wochen an einen Platz mit etwa 15 bis 18 Grad in der Nacht und maximal 22 Grad am Tag. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht sollte mindestens fünf Grad betragen. Ein Schlafzimmer mit gekipptem Fenster eignet sich besser als ein beheiztes Wohnzimmer. In dieser Phase gießt du sparsam, aber nicht austrocknen lassen. Zu warme, gleichmäßige Temperaturen sind der Grund, warum viele Orchideen monatelang nur Blätter schieben.
Ob die Maßnahme gewirkt hat, zeigt sich nach dem nächsten starken Regen. Versickert das Wasser gleichmäßig und bleiben keine Pfützen am Rand stehen, war die Lockerung erfolgreich. Bleibt der Abfluss weiterhin blockiert, liegt die Verdichtung tiefer, und du musst in mehreren Durchgängen arbeiten. Wiederhole das Lockern nicht jedes Jahr, sondern nur bei Bedarf. Ein Boden, der einmal richtig geöffnet und mit Mulch bedeckt wurde, hält seine Struktur über Jahre, wenn er nicht erneut verdichtet wird.
Beim Gießen gilt: lieber häufiger kleine Mengen als selten durchdringend. Der Wurzelballen darf nie vollständig austrocknen, aber Staunässe tötet die Wurzeln schneller als Trockenheit. Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht leicht abgetrocknet ist, etwa alle zwei bis drei Tage im Sommer und alle vier bis fünf Tage im Winter. Verwenden Sie kalkarmes Wasser, idealerweise Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Kalk ist für Calathea ein schleichendes Problem: Er blockiert die Nährstoffaufnahme und führt zu gelben Blatträndern.
Licht ist der zweite entscheidende Faktor. Ein Ost- oder Westfenster ohne pralle Mittagssonne reicht aus. Bei zu wenig Licht bleiben die Blätter dunkelgrün und weich. Bei zu viel Licht entstehen gelbe Flecken mit braunem Rand. Drehe den Topf nicht ständig. Orchideen richten ihre Blätter zum Licht aus, und jede Drehung kostet Kraft. Ein weiterer typischer Fehler: Umtopfen direkt nach der Blüte. Warte damit, bis die Ruhephase vorbei ist und neue Wurzeln erscheinen.
Warum die Blätter rollen und die Ränder braun werden Eingerollte Blätter sind kein Zeichen von Krankheit, sondern eine Notfallreaktion. Die Pflanze reduziert die Verdunstungsfläche, weil sie mehr Wasser verliert, als sie aufnehmen kann. Die Ursache ist fast immer eine Kombination aus trockener Luft und unregelmäßiger Bewässerung. Calathea braucht eine Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent. Heizungsluft im Winter senkt sie oft auf 30 Prozent. Helfen Sie mit einer Schale mit Wasser und Kieseln unter dem Topf, oder gruppieren Sie mehrere Pflanzen zusammen. Besprühen der Blätter wirkt nur kurz und kann bei kalkhaltigem Wasser weiße Flecken hinterlassen.
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