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Wenn jeder Raum alle Sinne anspricht: So gelingt multisensorisches Wohnen

Die Montage beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung des Untergrunds. Die Wand muss sauber, trocken und fettfrei sein. Alte Tapeten oder lose Putzreste entfernt man vollständig, da sie die Klebeverbindung gefährden. Anschließend wird die Rückseite der Platte mit einem geeigneten Montagekleber versehen – am besten in Schlangenlinien, damit sich keine Luftblasen bilden. Wichtig ist, die Platte nach dem Andrücken mit Distanzkeilen oder einer Wasserwaage auszurichten und für einige Minuten zu halten. Bei schweren Materialien wie Edelstahl oder Glas kommt man ohne zweite Person nicht aus: Sie sollte die Platte anheben, während man die Position justiert und die Klebestellen exakt setzt.

Ein häufiger Fehler ist das sofortige Verfugen oder Abdichten der Ränder. Die meiste Kleber braucht Zeit zum Aushärten, und Bewegung würde die Verbindung zerstören. Deshalb: Nach der Montage mindestens zwölf Stunden warten, bevor man den Rand zur Arbeitsplatte hin mit einer dauerelastischen Silikonfuge versiegelt. Nur so bleibt die Konstruktion dicht – sonst kann Feuchtigkeit hinter die Platte gelangen und Schäden verursachen. Auch an den seitlichen Abschlüssen ist eine Silikonfuge sinnvoll, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Bei Steckdosenausschnitten verwendet man am besten eine Rahmenabdeckung, die das Material sauber einfasst und ein Verkratzen der Kanten verhindert.

Wer die Wand hinter dem Herd oder der Spüle neu gestalten möchte, muss nicht zwangsläufig zu Fliesen greifen. Moderne Materialien wie Glas, Edelstahl, Lackglas oder sogar spezielle Kunststoffplatten bieten eine pflegeleichte und optisch hochwertige Alternative. Der entscheidende Vorteil: Die meisten dieser Platten sind in großen Formaten erhältlich, sodass kaum Fugen entstehen – das erleichtert die Reinigung enorm und wirkt ruhiger als ein klassisches Fliesenbild. Doch bevor man sich für ein Material entscheidet, sollte man die eigenen Ansprüche genau prüfen: Wie stark ist die Wand tatsächlich Kochspritzern ausgesetzt? Welche Optik soll erzielt werden? Und wie viel Aufwand ist man bereit, in die Montage zu stecken?

Textilien richtig einsetzen: Mehr als nur ein Teppich Der schnellste Hebel sind großflächige textile Elemente. Ein Hochflorteppich auf einem Parkettboden verschluckt bereits viel der direkten Reflexion vom Boden, besonders wenn er nicht von einem Couchtisch verdeckt wird. Vorhänge wirken ebenfalls stark: Schwere Vorhangstoffe aus Samt oder Chenille, die bis zum Boden reichen und dabei mindestens 10 Zentimeter vom Fenster wegstehen, bilden eine wirksame Schallfalle. Wer ein offenes Regal mit Büchern hat, sollte es nicht komplett füllen – die unregelmäßigen Oberflächen der Buchrücken streuen den Schall und brechen ihn auf. Ein typischer Fehler ist, nur ein Textil zu platzieren, etwa einen dünnen Läufer. Bei einem großen Raum benötigt man mindestens 10 bis 15 Quadratmeter an textiler Fläche, verteilt über Boden, Wand und Fenster.

Beim Zuschnitt selbst gilt: Immer mit Schutzbrille und Staubmaske arbeiten, insbesondere bei Glas oder Verbundplatten. Für glatte Materialien wie Acrylglas oder Alu-Verbund eignet sich eine feine Säge mit Hartmetallblatt, für Glas benötigt man einen Glasschneider und etwas Geschick. Wer sich unsicher fühlt, sollte den Zuschnitt besser einem Fachbetrieb überlassen – ein sauberer Schnitt ist die halbe Miete für eine ansehnliche Kante. Auch beim Transport und Handling ist Vorsicht geboten: Kanten sind empfindlich, und bereits ein kleiner Stoß kann zu unschönen Absplitterungen führen.

Ein begehbarer Kleiderschrank muss nicht groß sein – 4 Quadratmeter reichen völlig aus, wenn Sie die Fläche clever nutzen. Der erste Schritt ist eine präzise Grundrissplanung: Messen Sie die Raumbreite und -tiefe exakt aus und berücksichtigen Sie die lichte Türöffnung. Zeichnen Sie den Grundriss im Maßstab auf und markieren Sie, wo sich Türen, Fenster oder Heizungen befinden. Planen Sie eine Gehfläche von mindestens 60 Zentimetern Breite ein – darunter wird es unangenehm eng. Ein häufiger Fehler ist, zu viele Regale und zu wenig Stauraum für lange Kleidungsstücke einzuplanen. Entscheiden Sie sich daher für eine Mischung aus Hängeschränken, Schubladen und offenen Fächern.

Welche Materialien und Budgetansätze sind realistisch? Bei den Materialien haben Sie die Wahl zwischen offenen Regalsystemen und geschlossenen Schränken. Offene Systeme aus Metall oder Holz sind günstiger und einfacher zu montieren, wirken aber unaufgeräumt, wenn Sie nicht strikt sortieren. Geschlossene Schränke mit Türen bieten mehr Schutz vor Staub und sehen aufgeräumter aus, benötigen jedoch mehr Platz für das Öffnen der Türen. Eine gute Kompromisslösung sind Schiebetüren – sie sparen Platz und kosten nicht viel mehr. Für den Fußboden eignen sich Teppichböden oder Vinyl mit einer weichen Oberfläche, die angenehm barfuß ist und Trittschall dämpft.

Multisensorisches Wohnen bedeutet, Räume nicht nur für das Auge zu gestalten, sondern für Tastsinn, Geruch, Gehör und sogar Geschmack. Viele Innenräume wirken steril, weil sie nur visuell durchdacht sind. Ein Raum, der alle Sinne anspricht, fühlt sich lebendig an und fördert Wohlbefinden. Der Einstieg ist einfacher als gedacht: Beginnen Sie mit Materialien, die unterschiedliche Temperaturen und Oberflächen bieten. Kombinieren Sie beispielsweise glatte Keramik, raues Leinen und warmes Holz. Achten Sie dabei auf den Tastkontakt an Orten, die Sie täglich berühren: Türklinken, Lichtschalter, Sofalehnen.

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