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Wenn Blattspitzen braun werden, sagt das mehr als jeder Düngetipp

Ein weiterer typischer Fehler ist das Umtopfen direkt nach der Blüte. Solange die Wurzeln gesund und das Substrat nicht zersetzt sind, sollte die Pflanze in Ruhe gelassen werden. Erst wenn die Wurzeln aus dem Topf wachsen oder das Substrat verfilzt und sauer riecht, ist ein Wechsel sinnvoll – dann aber in frisches, grobes Rindenmaterial und ohne die Luftwurzeln zu vergraben. Luftwurzeln nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und dürfen nicht abgeschnitten werden, nur weil sie unordentlich aussehen.

Gießen und Tauchen nach dem Schnitt richtig dosieren Nach dem Verblühen braucht die Orchidee weniger Wasser als während der Blüte, aber nicht weniger Aufmerksamkeit. Das Substrat darf zwischen zwei Wassergaben fast vollständig abtrocknen. Wer täglich gießt, riskiert Wurzelfäule, die sich erst zeigt, wenn die Blätter schlaff werden und die Wurzeln braun und matschig sind. Bewährt hat sich das Tauchverfahren: Der Topf wird für zehn bis fünfzehn Minuten in lauwarmes, kalkarmes Wasser gestellt, danach gründlich abgetropft. Staunässe im Übertopf ist der häufigste Pflegefehler überhaupt. In den Monaten nach der Blüte reicht einmal wöchentliches Tauchen meist aus.

Wasser läuft durch, Blätter sprechen Bän

Ein letzter Punkt: Braune Spitzen verschwinden nicht wieder grün. Schneide sie mit einer sauberen Schere in Form des Blattes ab, damit keine offene Wunde bleibt. Prüfe danach über zwei bis drei Wochen, ob neue Blätter gesund austreiben. Erst dann war die Ursache gefunden. Wer Wasser, Standort und Substrat getrennt betrachtet und nacheinander korrigiert, verhindert, dass aus einem kleinen Symptom ein dauerhafter Schaden wird.

Wie oft gedüngt wird, hängt von drei Dingen ab: Wachstumsphase, Topfgröße und Substrat. In der Hauptwachstumszeit von März bis September reicht es bei den meisten Grünpflanzen, alle zwei bis vier Wochen zu düngen. Im Winter, wenn das Licht fehlt und die Pflanze kaum wächst, wird gar nicht oder nur alle sechs bis acht Wochen gedüngt. Frisch umgetopfte Pflanzen, deren Substrat vorgedüngt ist, brauchen in den ersten sechs bis acht Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Wer frisch gekaufte Pflanzen sofort düngt, überfüttert sie meist.

Bevor geschnitten wird, muss der Zustand des Blütenstiels geprüft werden. Ein grüner, feststehender Trieb kann bleiben. Ist er dagegen gelb, braun oder eingetrocknet, wird er entfernt. Der Schnitt erfolgt mit einer desinfizierten, scharfen Klinge etwa einen Zentimeter über dem Ansatz oder über einem schlafenden Auge. Ein häufiger Fehler ist das Zurückschneiden aller Stiele bis auf wenige Zentimeter: Grüne Stiele, die noch Reservestoffe enthalten, werden dadurch unnötig geschwächt. Umgekehrt sollten welke Blüten einzeln mit der Schere abgetrennt werden, nicht mit den Fingern abgerissen, um Gewebequetschungen zu vermeiden.

Wer diese Punkte beachtet, erkennt den Erfolg daran, dass sich nach einigen Wochen bis Monaten ein neuer Trieb mit Knospen bildet. Bleibt die Blüte aus, liegt es meist an zu warmen Nächten, zu viel Wasser oder zu wenig Licht – nicht an fehlendem Dünger. Eine Orchidee nach der Blüte braucht vor allem Geduld, saubere Schnitte und ein Substrat, das atmen kann.

Gedüngt wird sparsam: von April bis September alle sechs bis acht Wochen mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration. Wer mehr gibt, riskiert verbrannte Wurzeln und welke Blätter. Typische Fehler sind häufiges Gießen aus Fürsorge, ein dunkler Standort über Monate und das Entfernen gesunder Blätter, weil sie „zu langsam” wachsen. Einzelne vergilbte Blätter sind normal, solange der Rest der Pflanze fest und grün bleibt. Erst wenn mehrere Blätter gleichzeitig weich werden, ist Handeln angesagt: aus dem Topf nehmen, weiche Rhizomteile abschneiden, Schnittstellen trocknen lassen und in frisches, trockenes Substrat setzen.

Wenn die letzten Blüten einer Orchidee welken, beginnt die wichtigste Phase im Pflegejahr. Jetzt entscheidet sich, ob die Pflanze in wenigen Monaten erneut austreibt oder kraftlos in einen jahrelangen Ruhezustand fällt. Die meisten Orchideen im Zimmer sind Phalaenopsis-Hybriden, doch die Grundregeln gelten auch für viele andere Arten. Entscheidend ist, dass Rückschnitt, Gießen und Standort auf den tatsächlichen Zustand der Pflanze abgestimmt werden – nicht auf einen starren Kalender.

Beim Gießen gilt eine einfache Regel: erst dann Wasser geben, wenn die obersten fünf bis sieben Zentimeter Substrat vollständig trocken sind. Im Sommer bedeutet das je nach Topfgröße und Standort etwa alle zwei bis drei Wochen, im Winter deutlich seltener. Beim Gießen sollte das Wasser durch die Abzugslöcher ablaufen können. Steht der Topf ohne Abzug in einem Übertopf, muss überschüssiges Wasser nach zehn Minuten entfernt werden. Staunässe ist der häufigste Grund, warum die Wurzeln und Rhizome faulen – und Fäulnis erkennt man meist erst, wenn sich die unteren Blätter gelb verfärben und weich werden.

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